Nach der schönen Urlaubswoche zieht sich die nun folgende Arbeitswoche etwas. Es liegt vielleicht auch daran, das gerade in dieser Woche gleich drei nervende Spätdienste von mir zu bewältigen sind und die kosten schon sehr viel Kraft. Eine kleine seelische Wohltat mittendrin, sind die Farben des Herbstes , die mich anleuchten , wo immer Bäume langsam ihre Blätter verlieren. Wenn es endlich Freitagmittag ist, mache ich drei Kreuze, diese Woche hinter mir zu wissen.
An diesem Herbstlichen Sonntagnachmittag nochmal mit der ganzen Familie im Garten treffen, den Grill und später die Feuerschale an….ein schöner Abschluss dieser Woche und Energieschub für die kommende Woche.
Im Herbst 2013 war ich das letzte Mal in Hannover und das auch nicht so richtig, da wir hier praktisch nur durchgefahren sind, mit kleinen Stopp am Maschteich. So richtig hier war ich seit zig Jahren nicht mehr und gerade in den letzten Jahren , zieht es mich ab und zu hier her. Ich weiß nicht warum, aber ich habe mir schon oft überlegt für einen Tagestrip mal hier her zu kommen , was dann doch immer Theorie blieb. Nun auf dem Heimweg war es mein Wunsch, hier mal ein paar Stunden Station zu machen und hier einfach mal durch die Altstadt zu laufen. Und so konnte ich mich heute auch über eine große Portion Hannover freuen. Hannover wird oft total unterschätzt und auch meine Erwartungen wurden heute positiv übertroffen. Ich kann es nichtmal begründen, aber irgendwas hat diese Stadt, was mich anspricht. Heute Hannover-Traum also erfüllt und ich habe das Gefühl …ich komme wieder.
Es ist Freitag, letzter ganze Tag am Urlaubsort. Draußen „Schitwedder“ und wir waren gut damit beraten, alle Aktivitäten gleich an den Anfang unserer Woche hier zu legen, als das Wetter noch besser aussah. Nun kann man die letzten Stunden hier zum Faulenzen nutzen, ohne das Gefühl zu haben, ich nicht genug gesehen und erlegt zu haben. Auf der einen Seite bin ich etwas enttäuscht , das wir es nicht auf eine der friesischen Inseln geschafft haben, aber dann erkenne ich auch, das wir in der Woche hier echt viel unternommen und gesehen haben, obwohl die Wetteraussichten hier ja nicht so golden waren. Bin sogar erstaunt, das mir die Woche hier so gut bekommen ist, das ich sogar das kleine Urlaubs/ Erholungsgefühl habe, welches ich mir erhofft hatte. So hab ich nun nach einer Woche ein „reicht aus“ Gefühl , was bei mir immer heißt, Urlaubszeit hat ausgereicht, um sich einmal vollends Erden zu können, das man auch ohne Groll und schlechter Laune nach Hause zurück in den Allzag fährt, sondern mit neuer Kraft zurück kommt.
Bei Schitwedder bleibt man hier eigentlich im Hus. Heute zieht ein kräftiges Sturmtief übers Land und macht aus der Flut eine kleine Sturmflut. Die Nordsee geht über die Uferpromenade , auf der wir gestern noch gelaufen sind. Naturgewalten mal hautnah erlebt, aber nach zwei Stunden Spaziergang auch wieder froh, sich in eine warme Hütte hinterm Deich verkrümeln zu können.
Heute Mittag schonmal zur Flut unten am Wasser gewesen und nun einfach abgewartet unf nochmal los. Mittlerweile ist das Wasser weg und der Meeresboden der Nordsee liegt offen. Im Gegensatz zur Flut schon ein bewegenderes Bild, was man nicht alle Tage sieht. Diese Weite dieser belebten Mondlandschaft hat schon was faszinierendes.
Heute einmal den Lagen Weg über diverse Deiche bis hin zum Wasser gelaufen. Heute gezielt zur Flut, um mal die eine Seite dieser Landschaft kennen zu lernen. Die Nordsee mit ihren Gezeiten scheint sich als typischen Meerurlaub eher nicht zu eignen und so deutet hier auch nichts auf „Strandleben“ hin. Hier her kommt man wegen der Natur die diese Wattlandschaft mit sich bringt. Für mich wäre das hier als Sommer-Haupturlaub nichts, aber wie jetzt eine Woche im Herbst, kann man das hier gut aushalten. Der Anspruch war eh der, einfach nochmal raus zu kommen und mal irgendwohin , wo wir noch nicht waren um mal was neues zu sehen. So hab ich nun unsere Ecke hier unter Flutbedingungen erlebt, fehlt nur noch die Ebbe.
Erinnerungen werden wach. Als ich das letzte mal an diesem Ort war, war Corona zwar schon ein asiatisches Problem, aber noch so weit weg, das es noch nicht unseres war. Nun bin ich wieder hier, am Ende dieser Pandemie und merke gerade in diesem Moment, wieviel Zeit inzwischen vergangen ist …fast unbemerkt.
Wenn wir hier schonmal im Norden essen gehen, dann möchte ich auch etwas essen, was ich zu Hause ich so einfach bekomme. In einem Bremer Brauhaus kam dann für mich nur Fisch oder Labskaus in Frage. Hab mich dann für Letzteres entschieden…Wahl nicht bereut.
Angekommen in unserem eigentlichen Ausflugsziel für heute. Im Gegensatz zu Bremerhaven hat mich die Hansestadt Bremen nun wieder genau da abgeholt, wie Ich das erhofft hatte. Noch nie hier in der Altstadt gewesen und wieder einmal wurden meine Erwartungen übertroffen. Eigentlich hatten wir nach drei Stunden Stadtbummel alles gesehen und der Tag steckte uns in den Gliedern, aber ich hatte das Gefühl, hier noch nicht genug Zeit verbracht zu haben, um mir eben mal alles in Ruhe anzusehen und aufzubauen. Die Stadt hat dazu viel zu viel zu bieten, um hier nur mal schnell einen halben Tag beiläufig durch zu huschen. So kam mir der Besuch heute hier auch sehr „abgebrochen“ vor und Bremen zählt zu den Städten, die ich gerne nochmals bereisen möchte.
Eigentlich hieß das Ziel für heute Bremen, aber um dem Wunsch unseres Sohnes, dieses mit einem Besuch in Bremerhaven zu verbinden, sind wir nun als erstes hier in Bremerhaven gelandet. Ich war noch nie hier und bereue es grundsätzlich nicht, neue Gegenden kennenzulernen , denn alles erweitert den Horizont. Trotzdem werde ich wohl hier nicht mehr landen, denn diese Stadt ist in meinen Augen komplett glanzlos und stinklangweilig. Das bisschen Hafen und eine seelenlose Fussgängerzone, in der sich ein Ramschladen an den anderen reiht, ja mehr scheint es hier nicht zu geben. Trostlose Ecke, die mir irgendwie gar nicht gefällt. Aber mir muss ja nicht alles gefallen und es war trotzdem ein Gewinn, hier gewesen zu sein, denn so gibt es wieder einen weißen Fleck weniger auf der inneren Landkarte. Zu meiner Überraschung hat es meinem Sohn hier gefallen….Meinungen gehen oft verschiedene Wege.
Wenn ich schon mal wieder hier in Holland bin, dann muss ich für mich auch ein Souvenir mitnehmen. Dabei fallen mir nur Holzschuhe oder guter Käse ein, mit dem ich wirklich was anfangen kann. Ok , Holzschuhe hab ich schon…da war der Kauf eines richtig guten niederländischen Käses heute die bessere Wahl. Hab genug davon mitgenommen, und ich werd’s genießen.
Wir hatten diesen Ort schon auf unserer Wunschliste als der Urlaubsort feststand. Auf der Rückreise aus den Niederlanden bis hier nach Dornumersiel , ist es nur ein kleiner Umweg über Emden. Wir waren noch pünktlich kurz vor Eintritt der Dämmerung da, an Ottos Leuchtturm, bekannt aus dem Film „Otto der Außerfriesische“. Steht man direkt davor wirkt alles , wie immer kleiner und unscheinbarer, als man das aus den Filmen in Erinnerung hat oder sich dann auch immer vorgestellt hat. Nun mal selbst hier gewesen und zurück in der Ferienunterkunft wurde gleich der Film mit diesem Leuchtturm angeworfen.
Manege ja nicht in den Niederlanden , bis man hier Fritten mit Soße gegessen hat. Der große Kompromiss mit Kindern und Frau war ein Burgerrestaurant , in dem es auch „handmade“ Fritten gab. Waren wirklich gut…
Auf besonderen Wunsch meines Sohnes sind wir auf unserem ersten Ausflugstag gleich ins nahe Groningen nach Holland gefahren. Er war noch nie in den Niederlanden und hatte selbst nach einer ausgedehnten Stadtwanderung noch nicht genug gesehen, und daher mussten wir auf der Rücktour durch viele niederländischen Dörfer fahren, anstatt schnell auf der Autobahn zurück zu fahren. Ich selbst war ebenfalls noch nie in Groningen und war positiv überrascht, wie liebenswert dieses kleine Amsterdam doch ist. Der Tag hier hat uns allen gefallen und wieder was neues gesehen und ein weißen Fleck auf der Landkarte weniger.
Wenn ich Zeit und Zugang zum Lesen im Urlaub bekomme, ist dies für mich ein sicheres Zeichen der Entspannung. Schon gestern Abend am Anreisetag hatte ich wieder das Buch in den Händen, was ich eigentlich schon als zweites Urlaubsbuch im Sommerurlaub angefangen hatte. Stelle wieder fest, das mich kaum etwas so entspannt wie in Ruhe ein gutes Buch zu lesen.