Es wird Herbst

Gedankenentsorgung

Nachdem ich im Winter 2006 mit dem Schreiben eines Blogs angefangen habe, nannte ich meinen ersten Spielplatz bei Blog.de die „Gedankendeponie“. Der Titel war für mich irgendwie treffend, da ich schon damals die therapeutische Wirkung des (Weg)Schreibens erfahren hatte. Hatte ich erstmal meine Gedanken, einem nie widersprechenden Freund, meinem Blog mitgeteilt, so lebte ich danach irgendwie leichter. So teile ich seit diesem Datum meine Gedanken hier in meinem Blog, welcher eher für mich selbst als zum Lesen für Andere existiert. Das Wegschreiben von Gedanken hatte nicht selten den Charakter diese auf eine Deponie zu schicken, als da sie da verrotten sollten. Zwei Jahre später war mir das alles irgendwie zu düster und aus der Deponie wurde das Salzwasser, was für mich die Sehnsucht nach Meer und die Konsistenz von Tränen widerspiegelt. Irgendwann mußte ich wieder alles neu Aufsetzen und „neu“ machen..dann wars eben wieder die Deponie der Gedanken…
Heute habe ich, wie durch Fügung mal nach meiner alten Domain geguckt, sie gebucht und fühle mich innerlich total erfüllt das mein Blog nun wieder den Namen trägt, den er ganz am Anfang hatte. Das befriedigende Gefühl, das ich nach vielen Jahren einen Kreis geschlossen habe, trägt mich heute zufrieden durch den Tag.
Meine Corona-Infektion liegt nun fast drei Wochen zurück und auch wenn es noch nicht zu 100 Prozent wieder gut ist, bin ich doch nahe dran, zu sagen, ich habs komplett hinter mir. Drei Wochen hast gedauert , das ich mich fast so fühle wie sonst auch, und ich freue mich, das ich mich nun wieder auf mein Leben einlassen kann und auf die Kräfte zurückgreifen kann, so wie ich es gewohnt bin, Diese letzte Woche, meine erste Arbeitswoche hatte es noch etwas in sich, aber nun kann ich mit frisch wiedergefundener Kraft mich auf dieses Wochenende und die nächste Woche freuen.
Zwei Wochen hat mich Corona aus dem Arbeitsleben geschossen und heute war der erste Tag, mein altes Leben jeder aufzunehmen. Schnell festgestellt, das noch immer nicht alles vorbei und überstanden ist, denn der Tag brauchte echt Energie. Aber ich hab’s überstanden, auch wenn nach der Arbeit nur noch Ausruhen und Bett folgten. Hätte mir gewünscht langsam starten zu können, komme aber nun in eine Situation, das meine 14 Tage Abwesenheit doch einiges an Arbeit hat aufstauen lassen, die nun erledigt werden will. Versuche trotzdem ,es langsam angehen zu lassen…man hört zu viel über einen Übereifer nach dieser Infektion, die sich dann sehr schnell rächt.
Rügen liegt hinter uns, aber es war ein schönes Gefühl mal wieder hier gewesen zu sein. Nach den zwei Wochen, in denen uns Corona ausgezählt hat, waren es drei Tage mit einer guten Mischung aus Bewegung, frischer Luft wohl einer seelischen Wohltat am Meer zu sein. Fahren auf jeden Fall gesünder und erfüllter nach Hause als wir am Freitag anreisten.


Fischerdorf Vitt auf Rügen. Hier war ich wirklich noch nie und um mal auch eine neue Sache zuzulassen , gleich dieses Nest mit abgehakt, wenn man schon hier oben ist. Hat sich aber gelohnt und gibt den Tag gleich mehr, als nur ein reiner Abreisetag.






Ganze 17 Jahre ist es her, als das ich es nie hier oben geschafft habe. Kap Arkona liegt einfach zu weit weg, als das es sich bei einem Rügenbesuch mal schnell umsetzen lassen würde. Aber gerade weil ich so lange nicht hier war, war es mal wieder was neues hier, denn ich kann mich hier an die Gegend nur ganz dunkel erinnern. Damals war mein Sohn gerade erst ein halbes Jahr alt, meine Tochter gab es noch gar nicht…man ist das lange her.






So oft auf Rügen gewesen, dabei gefällt mir Baabe richtig gut. Es gibt genug Restaurants und genug zu sehen hier und trotzdem ist es ruhiger und beschaulicher als Sellin, Göhren oder gar Binz. Eigentlich von all diesen Orten irgendwie genau mein Fall. Aber auch hier geht die Saison gerade zu Ende. Es ist noch nicht richtig Herbst aber auch nicht mehr Sommer. Die Strandkörbe werden langsam eingeholt. Irgendwie am Rande zwischen Sommer und Herbst eine schöne Reisezeit um an die Ostsee zu fahren.




Wenn ich an Göhren denke, kommt in diesem Gedankengang auch immer dieses italienische Restaurant vor. Nach Jahren habe ich mir heute den Wunsch erfüllt und wir waren hier mal wieder essen…und ich dabei in nostalgischen Gedanken.



Heute Nachmittag ein kleiner Ausflug nach Göhren. Dem Ort, mit dem ich dann auch so viel Erinnerungen verbinde, und der für mich daher ein emotionaler und magischer Ort ist. Nach Jahren endlich mal wieder hier.








Vor 11 Jahren hier mal Urlaub gemacht, und ich glaube seit dem nicht mehr hier gewesen. Überhaupt das letzte Mal Rügen ist erschreckende 7 Einhalt Jahre her und ich frage mich, wie ich dieser schönen Insel so lange fern bleiben konnte. Sellin heute voller Erinnerungen, damals waren die Kinder noch klein, die Zeit hier aber unvergessen. Der Weg hier her entlang am Wasser tat echt mal gut…Bewegung und frische Luft.







Nach zwei kranken und total kraftlosem Wochen kommt mir dieses Wochenende an der Ostsee sehr gelegen. Mal raus und hier hat man für Spaziergänge wenigstens auch ein schönes Ziel. Anstatt nur planlos durch den Kiez zu wandern kann man hier in Baabe endlos lang an der Ostsee langlaufen, was gut tut wieder ein bisschen in die Spur zu kommen. Weiß gar nicht, wann ich das letzte Mal auf Rügen war, aber ich stelle wieder fest..irgendwas hat diese Insel, was mich hier, kaum angekommen, einfach nur wohlfühlen läßt.





Kann selbst nach 11 Tagen nicht behaupten wieder völlig fit zu sein. Noch immer streckenweise diese Müdigkeit, noch immer wird die kleinste Anstrengung mit einem starken schwitzen quittiert. Noch immer ziehen sich trockene Hustenanfälle durch den Tag und noch immer dieses „bin angeschlagen“ Gefühl. Bin froh wenn das Thema irgendwann komplett hinter mir liegt.
Lapskaus mit Matjes und Spiegelei und rote Beete.

…und noch immer ist der Scheiss nicht vorbei. Jeden Tag gehts zwar ein bisschen besser, aber wenn man sonst von sich gewöhnt ist das man sich in großen Schritten erholt, nerven diese Tippelschritte ganz gewaltig. Es geht voran, aber leider nur sehr langsam, was auch keine richtige Planung zulässt, wann es einem wieder richtig gut geht. Gerade in Situationen, wo man sich entschieden hat, etwas zu machen, kommt immer wieder der Moment, das die Energie einfach zu schnell weg ist, und man ist einfach ko und schwitzend platt, als hätte man gerade sonst was geleistet. Das es länger dauert haben wir gehört, für manch andere geht dieser Weg noch langsamer voran. Corona unterschätzt….denn die Infektion ansich hält sich eigentlich in Grenzen, der lange Weg aus diesem Musstopf ist das tückische. Versuche einfach die beste Balance zu finden zwischen Ruhe und stückweiser Belastung.
Heute ist es genau eine Woche her, sei dem mich Corona aus der Bahn geworfen hat. Heute stelle ich fest, das ich die Sache doch etwas unterschätzt habe, denn ging ich erst durch meinen eher milden Verlauf davon aus, das ich nach einer Woche wieder arbeiten gehen kann, hat mich diese Woche eines Besseren belehrt. Das Fieber und die grippeähnlichen Anzeichen sind längst vergangen, was bleibt, ist der mühsame Weg zurück zu alten Kraftreserven. Ich fühle mich immer noch angeschlagen und einfach schnell KO, so das ich mich immer noch irgendwie krank fühle, zumindest geht dieser Teil der Genesung sehr schleppend vor sich. So musste ich mein Krankenschein für die ganze laufende Woche noch verlängern, denn ich fühle mich noch nicht so, als wenn ich meinen Tag schon irgendwie schaffen würde.Leider.
Muss heute erkennen, das die Geschwindigkeit der Genesung immer weiter abnimmt und mich dieser Virus doch hartnäckiger beschlagnahmt als ich das anfangs angenommen habe. Zieht sich alles etwas. Die Kräfte kommen nur langsam wieder und nach ein bisschen Bewegung bin ich sofort wieder platt und schweißnass und fühle mich einfach nur krank.Man kommt einfach sehr schnell an die Grenzen und mein Optimismus am Dienstag wieder arbeiten zu gehen schwindet gerade stündlich mit stagnierender Genesung.
Das Spiel, woran ich wieder richtig Spaß gefunden habe ist dieses. Seit Sommer diesen Jahres mein tägliches Tamagotchi.

Dieses Spiel läuft seit Frühjahr 2016 bei mir immer wieder mal aber eher so nebenbei, was ja nun auch schon 6,5 Jahre sind.
