Freitag

Gedankenentsorgung

Die ganze Corona-Situation um uns herum ist nichts neuen und wir leben schon zu lange in diesem Zustand , das es eigentlich keine neuen Sorgen gibt. Trotzdem mache ich mir immer mehr Sorgen um meine Tochter.
Während ich den ganzen Tag wenigstens einem geregelten Arbeitsleben nachgehen kann, das im Prinzip genauso funktioniert wie vor der Krise, lebt sie seit Monaten in ihrem Zimmer und hat bis auf sporadische Schultage keinen wirklichen Kontakt zur Aussenwelt. Sicherlich geht bei der Generation viel über Hand und Videochat, aber trotzdem hat sie nicht die Ablenkung die ich (z.B.) jeden Tag habe, denn für sie ist fast jeder tag gleich und das seit Monaten.
Mein Sohn geht damit besser um, da er eh eher der „Zocker-Typ“ ist und spielte auch schon vorher mit seinen Leuten eher im Internet , aber meine Tochter ist die Sozialere vom beiden Kindern und sonst war hier immer eine Freundin nach der Schule zu Gast oder sie war irgendwo noch unterwegs.
Ihr Alltag hat sich mit dieser Pandemie am meisten geändert und ihr wurde am meisten von ihrem sozialen Leben genommen und das ist es eigentlich, was mich heute sehr in Gedanken treibt.
Klar bekommt man sie mal raus, wenn wir mal in den Garten wollen, aber was ist schon ein Mittrotten mit den Eltern in einen Garten gegen den Austausch mit einer guten Freundin….sorgenvoll und daher irgendwie traurig und bedrückt heute, das ich ihr in dieser Sache gar nicht helfen kan.
Es geht los, denn heute am Donnerstag den 25.März habe ich den ersten Aufbau einer Spargelbude gesehen, die bald hier überall für den offenen Verkauf des Frühlingsgemüses aus dem Boden schiessen werden. Wann diese Buden mit Ware und Leben erfüllt werden, ist noch nicht bekannt, aber wenn man sich auf den Spargel so freut wie ich, dann ist allein der Aufbau dieser Buden schon was, was mit Vorfreude füllt.
Auch wenn das Wetter heute eigentlich nicht danach war…war es doch Zeit für das erste Eis des Jahres.

Es ist März und die Pandemie scheint zu ihrem Ende hin nochmal nochmal ein großes Finale geben zu wollen. Alles deutet darauf hin, das das eh schon eigeschränkte Leben wiedermal noch weiter eingeschränkt wird und bald hier wieder alles in dem bekannten Dornröschenschlaf liegt, welcher uns nun schon seit über einem Jahr begleitet.
Es ist nichtmal das Wetter, das man sich einfach nur draussen aufhalten könnte, um aus der Situation das Beste zu machen. Das Beste was man an diesem Wochenende machen kann, ist Netflix und Prime durchzugucken und einfach geduldig auf bessere Zeiten zu warten.
Wenn es das gibt, ist für mich Osterzeit..

Bratkartoffeln mit Spiegelei.

Mein Zugang ins Internet erfolgte schon im Jahr 1998 und einmal mit dem Datennetz unbegrenzter Informationen verbunden, möchte man diesen Zugang zur Information und Kommunikation nicht mehr missen.
Es vergeht keinen Tag, an dem ich nicht irgendwas im Netz zur Informationsbeschaffung zu Tage bringen muss. Und deswegen finde ich, muss es eines unser primären Zielen sein, alle Menschen dieser Welt den Zugang zum Internet zu ermöglichen.
Ein Blick in die Statistik zeigt, das erst etwas über die Hälfte der Weltbevölkerung Zugang zu diesem Informations- und Kommunikationspool hat.
Ganz im Sinne einer konstruktiven Schwarmintelligenz, frage ich mich, was uns dadurch als wichtiges Potential vielleicht dadurch verloren geht. Menschen die keinen Zugang zum Netz haben, können sich nicht optimal bilden und eben mit dieser Bildung würde vielleicht hier und da eine Lösung auf ein Problem der ganzen Menschheit gefunden werden, was nun einfach und allein daran scheitert, das dieses Potential ungenutzt, weil nicht vernetzt, bleibt.
Für gewöhnlich gehe ich Woche für Woche arbeiten, weil ich das Geld brauche und mir nicht vorstellen kann, das ganze Leben „Wochenende“ zu haben. Der Wechsel zwischen Freizeit und Pflicht macht eben das Lebens aus und erfüllt es.
Normalerweise fahre ich im „Dienst“ meinen eigenen „Fahrplan“ ab und erledige eine meiner Aufgaben nach der Anderen.
Gerade in dieser Woche habe ich mich von einer ganz anderen Seite gezeigt. Hier und da mal zusätzlich was fürs Team machen, ab und zu mal einem Kollegen geholfen und ihm einfach so Arbeit abgenommen, wenn ich gerade ein paar freie Ressourcen hatte. Neben der Erledigung meiner Aufgaben war ich in dieser Woche (eigentlich schon länger aber diese Woche ganz bewusst) mehr der Helfer, ganz nach dem Motto „Nicht nur immer nur an den eigenen Scheiß denken, sondern auch mal übern Tellerrand gucken und auch mal was für Andere tun“.
Eigentlich bin ich schon immer ein eingefleischter Egoist und tue, wenn überhaupt, nur etwas für Andere, wenn ich dadurch selbst eine bessere Position erhoffe oder mir das sonst irgendwie nützt. Der Gedanke, tu mal was für Andere….einfach so….ist mir neu.
Und so bin ich sehr stark überrascht, wie schnell und intensiv dieses wieder auf mich reflektiert wird.
Es sind genau diese Kleinigkeiten, wie ein herzlicheres Hallo am Morgen oder die bewußt stärkere Integration ins Team, die mich trotzdem echt überraschen, wie schnell eine kleiner St.Martin ein spürbar wohlwollendes Umfeld erzeugt.
Es wäre nicht selbstehrlich wenn ich nun behaupten würde, einen neuen Lebensweg gefunden zu haben, dazu bin ich einfach zu springhaft und unplanbar, aber zumindest derzeit gefällt mir dieser Effekt, wie ich mit netten selbstlosen Kleinigkeiten viel um mich rum verändern kann.
Hab die lange Heimreise der Voyager schon früher mal durchgeschaut und mich nun spontan dazu entschieden, diese Serie wieder anzufangen zu gucken.

Dort hatte ich mich wieder mit meiner eigentlich so „verkomplizierten“ Freundschaft zum Fußballgucken verabredet. Bereits am Mittag war er da und es wurde Abend und Nacht, bis dieses Treffen enden sollte. Er kann immer noch nicht aus seiner Haut und die Spuren eines isolierten Dauersingle in der Kommunikationsstruktur ist immer noch manchmal nervig, was die Sache eigentlich so kompliziert macht. Aber dennoch kann er doch hin und wieder eine gewisse Tiefe des Gesprächs zulassen, in der man sich mal ehrlich austauschen kann, ohne das wieder große Verschwörungen wieder eh an allem Schuld sind und man eigentlich nicht reden braucht, da wir unser Leben nicht selbst bestimmen. So war es diesmal (und das zunehmend) immer weniger kompliziert und er scheint sich von seinen gedanklichen Dämonen immer weiter zu distanzieren, denn sie spielen thematisch kaum noch eine Rolle.
So konnte ich den Abend einfach so geniessen, ohne das Gefühl zu haben, hier mal wieder was eher für ihn gemacht zu haben, weil er ja sonst kaum Jemanden hat und wir uns schon so lange kennen.
Vielleicht der Beginn einer neuen Phase..oder auch nur die Rückkehr zur Basis, denn früher hatten wir uns ja auch schonmal sehr gut verstanden.
Die Tendenz erfreut mich und macht den Tag zu einem Gewinn und schwingt heute, selbst zwei Tage später, noch irgendwie in mir nach.

Nach Mutters Spezialrezept…beim Essen wieder in meine Kindheit versetzt.

Heute an Schwiegermutters Geburtstag, ein kleines Treffen im Garten und das erste Gegrillte des Jahres auf den Teller. Beim Übergang von Winter zum Frühling haben wir mit dem Wetter heute richtig Glück gehabt. Und so zumindest kurz das Gefühl zu haben, die warme Jahreszeit ist nicht mehr weit.


Haben eine neue Runde für einen ausgedehnten Morgenspaziergang gefunden. Mal was anderes sehen als hier immer die gleiche Runde. Bewegung bei Sonne und frischer kalter Waldluft….

Die Trennung eines Paares ist immer was trauriges, gerade wenn es die angeheiratete Großfamilie um mich herum betrifft. Immerhin hat man sich lange an bestehende Konstellationen gewöhnt und sich darin auch heimisch gefühlt. Nun bahnte sich schon lange diese Trennung dieses Paares an und schon es ist schon eine Weile her, als sie uns von ihrem „Neuen“ berichtete. Der Rest der Familie kannte ihn schon, ich bisher noch nicht…denn Corona macht das gemeinsame Zusammentreffen der Familie auch derzeit unmöglich. Gestern jedoch hatten wir das neue Paar hier bei uns zu Gast und wir haben hier den Abend miteinander verbracht und man konnte sich gegenseitig den ersten Eindruck verschaffen. Für mich ein sympathischer zugänglicher Typ. Es ist zwar noch immer etwas ungewohnt, sie mit einem anderen Mann zu sehen, aber manchmal entwickeln sich die Dinge im Leben nicht so ,wie man sie einst mal geplant hatte. Da beide Ex-Partner beziehungstechnisch wieder auf gutem Wege sind, kann man fast sagen…gut ausgegangen.
Heute haben wir dann gleich von uns aus mal nachgelegt und die beiden in ihrer neuen Wohnung besucht und uns ein Eindruck von der fertigen neun Wohnung zu machen und uns den Start in einen neuen Lebensabschnitt anzusehen.
Zumindest komme nicht nur ich mit ihm gut klar und die Großfamilie scheint ihn auch warm willkommen zu heißen.
So hat diese Begegnung ein bisschen unser soziales Wochenende gerettet, da wir wahrscheinlich sonst auch hier wieder Coronakonform hier die Zeit in Selbstisolation abgesessen hätten.
Irgendwie tut derzeit jeder noch so kleine soziale Kontakt irgendwie der Seele gut, wahrscheinlich weil das alles doch mehr fehlt, als man das bewußt merkt.
In einem kurzen Moment fragte ich mich nur, wie es sich mit ihrem Ex nun bezüglich des familiären Rahmen entwickeln wird. Wird er uns irgendwie trotzdem erhalten bleiben, oder zieht er sich aus der Familie seiner Ex Frau immer mehr zurück? Würde ersteres eintreffen, dann hätte man einen sympathischen Menschen in unserer Runde dazugewonnen, aber ich denke fast, das ich auf genug Lebenserfahrung zurück blicken kann um selbst zu erkennen, das dies wohl eine sehr unwahrscheinliche Möglichkeit ist.

Und das Wetter zeigt dich von seiner besten Frühlingsvariante. So langsam erwachen wieder die Lebensgeister und verwandeln sich in Tatendrang. Alles könnte so schön sein, aber immer noch gehen wir mit Atemschutzmaske zur Arbeit und noch immer befindet sich fast alles um uns herum in einem geschlossenen Ausnahmezustand der „wir bleiben zu Hause“ Bestimmungen. Unf dieses erstickt jede frühlingshafte Idee schon im Keim. Es gibt einfach kaum ein Ziel, was man mit dem neu gewonnenen Frühling anfangen könnte. Im Lockdown des Winters ist eben noch nichts so normal und schon gar nicht so optimal, wie es uns das Wetter vorgaukelt.

Neue Woche..neuer Monat..neues Hörbuch. Diesmal ist es dieses, welches mich durch diese Woche bringen soll.

Der Frühling kommt..
