Ostern 2023

Gedankenentsorgung

Gedanken über eine Freundschaft, die irgendwie keine mehr ist. Diesmal geht es nicht um meine Komplizierte Freundschaft, die in den letzten Jahren und Jahrzehnten immer mal wieder Hochs und Tiefs hatte, nein diese Freundschaft entwickelt sich zur Zeit wieder zu einer sehr engen und stabilen. Mehr Gedanken verlieren ich in den letzten Wochen an eine Freundschaft, die man gut war und seit Monaten immer schwieriger wird. Ein Mensch, der offensichtlich durch die soziale Isolation der Coronazeit einen kräftigen persönlichen Schaden davon getragen hat. Jetzt, wo wir alle wieder unser altes Leben zurückbekommen und uns auch nehmen, scheint dieser in seiner pessimistischen Buben zu bleiben und straft jeden ab, der ihn aus dieser „alles schlecht“ da draussen Blase ziehen möchte. Während wir alle die Zeit geniessen, als wäre es nie anders gewesen, versinkt er in immer weitere Theorien, wie nah wir doch am Abgrund stehen und das hier alles immer schlechter wird und eh schon schlecht ist und bald total zusammenbrechen wird. Ja das Ende ist nah und die Welt ist schlecht und alles ist verloren, die dicken Jahre sind vorbei…Obwohl ich immer wiederhole, wie das Leben wieder blüht und das er doch einfach mal dabei sein sollte, bekomme ich nur schlechte Laune und alles ist schwarz zurück.
Wir telefonieren noch mehrfach die Woche, aber zunehmend bin ich es leid, nach dem „Hallo“ nur noch anzuhören, was und wo es noch weiter den Bach runter geht und wie nah wir wieder am Abgrund sind und das man immer wütender und deprimierter sein sollte. Man kommt mit einer anderen (der eigenen ) Realität schon lange nichtmehr gehen dieses Destruktive an, daher sag ich schon lange ..ja und denk mir meinen Teil, seitdem ich oft feststellen musste das meine andere Sicht auf die Dinge schnell aus dumm und unwissend abgetan wird.
Hab keine Lust mehr darauf, ihm immer wieder seine Buben zu bestätigen, die einfach nicht meine ist.
Auf die Ansage darauf hin, das unsere Welten sich komplett verschoben haben und stark auseinander driften, bekomme ich nur die Weisheit das ich auf der naiven Seite des Lebens stehe und jeder Versuch ihn da rauszuholen, wird als dumm belächelt…so das ich nun feststelle das ich diesbezüglich meine Energie verbraucht habe.
Nun ist also frei..ein langes Wochenende steht bevor, welches ich in alles Zügen genießen werde.

Diese 4 Tage-Woche hat es in sich. Jeden Tag Spätdienst und dazu noch ein recht hohen Arbeitsaufkommen. Morgen ist dann der letzte Tag, und es wird ein eher kurzer sein…wie ein Freitag und dann gibts ein sehr langes Wochenende als Belohnung.
Meine Geschichte für den Monat April.

Er hatte sich dazu entschieden, seinen runden Geburtstag einmal groß zu feiern und so wurde es auch groß. Eine große Location mit vielen Leuten, die ich kannte, viele die ich nicht kannte und einige die ich neu kennenlernen durfte.
Es war nicht nur für meinen Freund ein sehr schöner Abend, die ihn mehrfach Tränen der Rührung in die Augen trieb, es war auch für mich ein sehr schöner Abend, und das nicht nur deswegen, weil ich mich so gefreut habe, das es für ihn ein perfekter Moment im Leben war.
Noch heute zahle ich den Preis für diesen Samstag mit einem immer noch leichten Katergefühl und Müdigkeit…aber sehr gerne für so ein Highlight. Werde diesen Abend noch lange mit mir herumtragen…und nie vergessen …
Hat mich heute in meine alte Wohngegend verschlagen. Fühlt zeitlich gar nicht so weit weg an wie es ist, aber trotzdem sind seit dem fast 20 Jahre vergangen, als diese Bücke mal mein täglicher Weg war, die Kinder in ihrem Kindergarten zu bringen.

Heute hat ein guter Freund Geburtstag und zwar seinen fünfzigsten. Er ist mir altersmäßig immer um ein halbes Jahr voraus, heißt also im Sommer erreiche ich diese magische fünfzig.
Bei dieser Zahl muß ich immer an den fünfzigsten Geburtstag meines Schwiegervaters denken. Ich war damals gerade frisch mit meiner Frau schon zusammen und daher schon zu solchen Geburtstagen eingeladen. Es wurde groß gefeiert und ich daß dann da in mitten vieler älterer Männer , die den Geburtstag eines alten Mannes feierten. Und nun bin ich selbst in diesem Lebensabschnitt. Erstens kommt mir die Zeit zurück bis zu seinem Geburtstag gar nicht so lange vor, auf der anderen Seite habe ich nun selbst erwachsene Kinder, die unsere Freunde und mich selbst wahrscheinlich genauso wahrnehmen wie ich Schwiegervater mit seinen Leuten damals…eine große Ansammlung von alten Leuten..ganz schrecklich alt…50 Jahre ein Alter, was man sich in diesem jungen alter überhaupt nicht vorstellen kann….tja so schnell vergeht die Zeit.
Ein kurzes Gespräch mit einer Kollegin.
Wir haben nicht viel miteinander zu tun und sie arbeitet in einer ganz anderen Abteilung und wenn wir uns mal irgendwo begegnen ist sie eher nervig und auch in letzter Zeit hörte ich von vielen Problem, was ihre Arbeit angeht.
Es ist kein Geheimnis das ihre Familie längst nicht so gut funktioniert, wie es halbwegs normal ist. Fakt war schon immer, die Frau hat es nicht einfach. Problemfall von Mann der zwischen Faulheit und Krankheit irgendwie komplett mitgepflegt wird wie ein Kind. Neben ihren ständigen finanziellen Problemchen und die daraus resultierende Mehrarbeit, die sich sich selbst auferlegt sind nichts neues und schon allein ein Grund dafür, warum dieser Mensch am Ende zu sein scheint.
Was nun noch oben drauf kommt ist die Tatsache, die ich heute erfuhr, das ihr erwachsener Sohn als selbstmordgefährdet in der Psychiatrie sitzt, die ihm selbst mehr und mehr eher zur Last wird als das sie ihm helfen kann, und er diese einfach nur verlassen möchte. Zum Zweiten hat diese Frau beim Gespräch über ihren Sohn von ihrer Tochter erfahren, das sie ebenfalls schön des öfteren soweit war über eine Selbsttötung nachzudenken, aber bisher nie darüber gesprochen hat.
So sehr diese Frau in den letzten Jahren auch immer wieder mit dem kurzen Statement über ihr Leben die anderen genervt hat, hat mich diese Aussage heue schon zum nachdenken gebracht.
Wie schlimm muss es sein, wenn einem die eigenen Kinder in die Depression entgleiten? Und man kann da sicherlich die Schuld auch in der Erziehung suchen, da beide Kinder ja irgendwie mit dem Leben so gar nicht klar kommen, aber allein diese Tatsache hilft dieser Frau nicht weiter aus dieser Situation zu kommen.
Und wie muss es sein, mit solchen Problemen und Sorgen konfrontiert zu werden und dann als Mann und Partner jemanden zu haben, der alles andere als eine Hilfe ist, sondern seine Probleme auch noch über diese Frau kippt.
Jetzt ist es für mich kein Wunder, das immer wieder Klagen von den Kollegen kommen, das diese Kollegin arbeitstechnisch immer weniger belastbar ist und sie im Team immer weniger funktioniert. Man muß halt alles irgendwie im Kontext sehen und Angesichts dieses Gespräches heute, merke ich wieder wie klein und unbedeutend meine eigenen Probleme sind, oder die die ich für solche halte.
Ich will mir garnicht vorstellen, was es für mich bedeuten würde in so einer Dauer-Lebenssituation leben zu müssen.
Das Leben als andauernde Krise…und ein kurzes Gespräch heute und die verheulten Augen eines Menschen, der mit seiner Kraft am Ende ist,……….. was mich einfach nicht losläßt.
Bin zwar immer schmerzfrei , aber dennoch habe ich eine Stelle an den Beißern, von denen ich genau weiß , damit muss ich irgendwann eh zum Arzt. Diesen Rucksack trage ich nun schon seit Monaten mit mir rum, so das mir immer wieder in den Sinn kommt..:das liegt noch vor dir. Zahnarzt schiebt man eben lieber lange vor sich her. Heute spontan beim Zahnarzt gewesen , einfach um es hinter mich zu bringen und den Gedanken aus dem Kopf zu kriegen… Behandlung erfolgt ..alles wieder gut.
In längeren Unregelmäßigkeiten befällt mich dieses Symptom immer wieder. Ein leichtes jucken unter der Haut. Mal in den Kniekehlen, mal an den Waden und mal an den Unterarmen. Mein erster Verdacht, die trockene Haut, versuchte ich als Crememuffel mal einzucremen, doch dann wurde es an dieser Stelle erst noch schlimmer und dann besser. Ob es nun wirklich die trockene Haut ist, ein Gesicht meiner Allergien (die mich ja auf immer neue Weise) jedes Jahr im Frühjahr überraschen, oder ob es wieder an einer zurückliegenden Infektionskrankheit liegt…keine Ahnung. Ich meine, das das letzte Mal als ich dieses Problem wahrnahm, gerade wieder so ein schleichende aber sehr hartnäckige Erkältung hinter mir hatte.
Werde das Problem weiter beobachten und optimistisch bleiben, das ich diese zeitweise Plage nur eine Vorübergehende Erscheinung ist, die mich in ein paar Tagen wieder verläßt und dann wieder ganz lange in Ruhe läßt.


Derzeit muss ich einfach mal feststellen und damit auch festhalten, wie angenehm sich derzeit mein Arbeitsalltag gestaltet. Kein Stress und Arbeiten in einem sehr freundschaftlichen Kollegialem Klima, was mich in meinem Arbeitsalltag sehr wohl fühlen läßt.
Nicht immer meckern sondern auch mal innehalten und besinnen, wenns einfach sehr gut läuft.

In der letzten Nacht wurden die Uhren wieder auf Sommerzeit umgestellt, und auch wenn ich die fehlende Stunde ein wenig merke, finde ich das ganze Gedöns überflüssig, ob man die Zwei-Zeiten Methode abschaffen sollte oder nicht. Ich bin mit diesem Zeitumstellungsritual aufgewachsen und ich kenne es nicht anders und jede so lange noch hell und so früh dunkel im Winter ist für mich völlig normal. Habe mich an die typischen Tag/Nachtzeiten im Sommer und Winter gewöhnt, das jede Abweichung mehr Umstellung für mich bedeuten würde als zwei mal im Jahr die Uhr umzustellen.
Mit der Sommerzeit ist es auf einen Schlag Abends viel länger hell..wie immer im Frühjahr und dann kann mit der Sommerzeit auch der Sommer kommen.
Jede Woche hier das gleiche Bild.
Kurz nach Schulschluss kommt meine Tochter nach Hause und hat immer zwischen 4-6 Freunde aus der Schule im Schlepptau. Die Clique trifft sich also nach der Schule bei ihr und verbringt dann hier bei ihr im Zimmer den Rest des Tages und einen guten Teil des Abends. Angesicht ihrer schweren Zeit, die sie hinter sich hat, freue ich mich über diese Tatsache, das sich keiner meiner Ängste bestätigt hat, sie wäre sozial isoliert und könnte durch ihr Problem keine normale Jugend erleben, wie sie es verdient hat. Daher ist jedes laute Gegacker und hin und wieder mal etwas Leutere Musik aus ihrem Zimmer für mich die wohlige Bestätigung, das ich mich geirrt habe und nun doch alles seinen Weg durchs Leben findet und das viel besser als ich dachte.
Ich bitte Gott fast nie um eine Lebenskorrektur, aber ich freue mich, das er mich in diesem Fall erhört hat.
Einen großen Stein der Sorge um einen anderen Menschen, einfach so nach und nach in Staub verwandelt.
Es gibt keinen schöneren Moment, wie ein neues Spiel das man anfängt zu spielen, wenn man so langsam versteht, um was es wirklich geht. Plötzlich ist der Eifer da und man will, das was man noch nicht beherrscht im Spiel erfahren und lernen und schon kann man die Augen kaum noch vom Spielgeschehen wegnehmen.

Derzeit wieder mit absolutem Eifer dabei, die Spanisch-Lern-App von Babbel. Nach einer Woche schon bald mein altes Lernniveau wieder erreicht. Ob ich diesmal länger dabei bleibe steht in den Sternen, aber solange es Spass macht…mache ich es genau deswegen.

