Eiszeit

Gedankenentsorgung


..Es ist mal wieder soweit…es herrscht Funkstille zu meiner etwas komplizierten Freundschaft. Absolut nichts neues, diese Funkstille…gabs schon sehr oft und wurde bisher dann doch irgendwann wieder gebrochen. Es kam wie immer. Ich hatte das Gefühl , wenn ich mich nicht bemühe, den Kontakt aufrecht zu erhalten, dann macht es keiner, dann schläft alles ein. Und so war ich irgendwann in diesem Vorweihnachtsstress auch soweit, das mir die Kraft fehlte, mich immer mit langen Texten bei ihm zu melden um auf diese dann sehr knappe Antworten zu bekommen. Ich bin nicht böse oder sonderlich enttäuscht, denn zu oft habe ich das gleiche Schauspiel nun schon durch und es scheint mir so besonders in der dunklen Jahreszeit scheint er eh mental nicht so gut und frei von Depressionen zu sein, das er in dieser Zeit eher „seine Ruhe“ braucht und die soll er auch haben. Trotzdem verursacht so eine totale Kontaktlosigkeit in mir immer mehr Gedanken desto länger diese dauert.
Eigentlich wollte ich an an diesem langen Wochenende nichts tun und die Zeit komplett dazu nutzen , mich zu schonen und Kraft zu tanken. So war ich aber am Freitag so gut ausgeschlafen und erholt, das ich doch noch zum Familiengeburtstag bin und habe diese Entscheidung nicht bereut. Zum einen war ich nun doch anwesend und niemand war enttäuscht und zum zweiten führte ich an diesem Abend ein sehr gutes Gespräch, was die Entscheidung, doch hinzugehen gleich zwei mal als richtig bestätigt hat. Glaube sogar neben meinen ganzen Selbstschutz und selbstverordneter Ruhe kam mir ein bisschen „raus“ und „Anstrengung“ ganz gelegen und bewirkte in mir nur Gutes. Freue mich, das ich diese Phase der Schwäche so langsam zu überwinden geschafft habe.
Die ständige Schwäche und Kränklichkeit der letzten Tage haben mich zu dem Entschluss gebracht, mich mal für den Rest der Woche komplett selbst aus dem Alltagsleben zu ziehen. Vier Tage an denen ich wohl bewusst absolut nichts tun werde und mir mal absolute Ruhe zu gönnen.
Seit letzten Samstag habe ich das Gefühl, ich würde krank werden. Seit dem schleppe ich mich nur so durch die Woche, immer mit dem Gefühl irgendwas auszubrüten, ohne jedoch wirklich krank zu werden. Um mich herum scheint der Krankenstand so hoch zu sein wie noch nie. In der Schule der Kinder fehlen mehr als die Hälfte und auch auf Arbeit fallen immer mehr Mitarbeiter wegen Krankheit aus. Die Grippe, Corona und Magen-Darm…irgendwie macht gerade wohl alles die große Runde, was uns außer angefacht setzen kann. Ich frage mich nun, ob ich , bei dem großen Krankenstand um mich herum schon wie ein Hypochonder reagiere oder ob ich wirklich mit einer Infektion kämpfe oder dies nur mein gestresstes Immunsystem ist, was mich hier echt geschwächt durch den Tag laufen lässt. Werde alles versuchen um jede Anstrengung zu vermeiden und werde mich schonen, wo es geht ..vielleicht komme ich ja dann durch die Zeit ohne selbst auch noch krank zu werden.
Heute vor mittlerweile schon 16 Jahren wagte ich meinen ersten Eintrag auf Blog.de. Der Versuch, mir alles von der Seele zu schreiben, gelang und ab da wurde mein Blog wohl mein bester aber stiller Freund. Oft umgezogen versuche ich mein Projekt heute noch am Leben er erhalten, was nicht immer einfach war. Nach 16 Jahren noch aktiv ..heute wie früher..weniger für Leser, mehr als Therapie für den Schreiber.

Es ist diese Jahreszeit, die uns allen mehr oder weniger aufs Gemüt drückt. Morgens aufstehen und es wirkt so, als wäre der Tag mit seinem Licht noch nicht ganz da…kommt er auch nicht, denn eine dunkelgraue Matte steht am Himmel und zwischen Tagesanbruch und Tagesende wirkt es immer so, als wäre es ständig dämmern. So richtig Tag wird es heute nicht, zumindest nicht mit dieser düsteren Wolkenlage. Der Tag mit seiner eh schon kurzen Verweildauer tut sein übriges um solche Tag uns kräftig aufs Wohlbefinden zu schlagen. Schwaches Tageslicht von 9-15 Uhr..danach wieder all beherrschende Dunkelheit.


Es hat geschneit..Leider nicht so , das es liegen bleibt und die Welt unter der dicken weißen Decke begräbt, aber immerhin …ein Zeichen von Winter.

Ich war noch nie und bin immer noch kein Pessimist oder Weltuntergangs – Anhänger. Kenne zwar selbst Jemanden, der fest davon überzeugt ist, das wir uns auf dem Weg in eine Apokalypse befinden, aber ich halte das nach wie vor für Quatsch. Unser verlängerter Mühlschrank befindet sich in Form eines Supermarktes direkt vorm Haus und ich bin kein Fan davon Lebensmittel auf Vorrat zu kaufen, die man aktuell nicht braucht. Da nun mich aber nun Werbespots vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz erreicht haben, das es sinnvoll ist, einen kleinen Vorrat an den wichtigsten Dingen zu haben, bekommt diese Prepper-Sache doch irgendwie einen offiziellen Charakter und wird durch eine offizielle Bundesbehörde aus der Ecke der Verschwörungstheroretiker gerissen. Auch wenn ich immer noch davon ausgehe, das uns hier nichts so einschneidendes passieren wird, werde ich dieses unsichere Gefühl des Restrisikos nicht los, erst recht jetzt da es so offiziell wir,t. Also habe ich mich nun entschlossen ebenfalls ein wenig vorzusorgen und mir nach und nach ihnen kleinen Vorrat an den Dingen, die wir so brauchen zuzulegen. Bei jedem Einkauf ein wenig was dazu…fertig…wie eine kleine Versicherung in der Hoffnung und Erwartung, das man sie nie braucht und alle Angst umsonst war. Hoffe aber auf den Effekt einer Versicherung…den Glauben, besser abgesichert zu sein…auf alle Fälle.

Familie hat die Wohnung schonmal typisch weihnachtlich geschmückt und sogar der Baum steht schon. So ist bei uns nun endgültig die Vorweihnachtszeit eingezogen und ich erhoffe mir , durch das frühe Aufstellen des Weihnachts-Klimbim irgendwie doch nicht irgendwas von dieser Weihnachtsemotion mitzukriegen. Hoffe diesmal sehr das mich das Weihnachtsgefühl in dieser Zeit irgendwie erreicht. Nicht das wieder alles einfach so an mir vorbeizieht, und zu schnell wieder vorbei ist, ohne das es in mir erstmal angekommen ist.

Ab morgen zählt schon wieder der letzte Monat des Jahres herunter und damit nähert sich das Jahr langsam aber sicher sich schon seinem Ende entgegen. Einfach nur befremdlich wie schnell die anzeigt vergeht und wie schnell dieses Jahr auch schon wieder an mir vorbei ist. Ein Dezember mit viel winterlichem Schnee, wäre wohl ein schöner Abschluss des Jahres, aber ich glaub nicht daran, das dieses Jahr noch irgendwas raus reißen möchte…
Nach Jahren habe ich nun mal wieder dieses Spiel rausgekramt.

Hab gestern praktisch den ganzen Abend verzockt…undzwar so das mich die Spielerei noch bis in die Nacht verfolgt hat. Glaube aber das ich trotz Anspannung durch das Spielgeschehen trotzdem bei diesem entspannen kann.

Der November nähert sich seinem Ende und taucht die Welt in sein eigenes typisches Bild. Gerade in dieser düstergrauen Glocke scheint etwas von der inneren Ruhe in mir anzukommen, die ich lange nicht spüren durfte. Eine Innere Ruhe , das so langsam alles zum Erliegen kommt und die Ungeissheit der Zukunft nicht mehr so stark mit Ängsten behaftet ist, wie in den letzten Jahren. Die Hoffnung auf eine fast normale Weihnachtszeit…so ganz ohne Dauerkrisensituation.

Wiedermal meine komplizierte Freundschaft. Seit einigen Jahren lebt er nun schon in seiner selbstgewählten sozialen Isolation mit Hartz4 und schafft es nur selten raus aus seiner Isolation. Da er immer meinte, wenn er denn mal bei mir saß und ich was gekocht hatte, ich könnte jederzeit anrufen, für ein leckeres Essen wäre er immer bereit. So ergab es sich, das ich heute schon kurz vor dem Mittag Feierabend hatte und fragte ihn darauf hin mal ganz spontan, wie es aussieht…ob er vorbei kommen möchte, ich würde was leckeres kochen. Darauf hin war seine Antwort, das er gerade erst von seiner Runde rein ist und sich nun erstmal ausruhen muß. Keine Frage, wann es dann essen geben würde kein Verhandlungsversuch, das er ja später kommen könnte..nein es war ein klares nein, was ich nicht auf seine Aussagen zurück führe, sondern eher darin sehe, das es ihm einfach zu spontan ist. Ein Mann der sich Tag für Tag seit Jahren alleine in vordefinierten Bahnen bewegt, schient so festgefahren zu sein, das spontane Änderungen im Tagesablauf unmöglich sind. Ich bin mir sicher, hätte ich heute morgen oder gar gestern gefragt, wäre alles kein Problem gewesen, seine Absage kam meiner Meinung nach nur wegen der Ablehnung der Spontanität. Und da frage ich mich selbst, in wieweit ich in meinem Alltag vielleicht ähnlich eingefahren bin und immer den gleichen Mustern folge. Und wenn das andere Muster sind, bin ich wohlmöglich genauso eingefahren , erkenne dies nur nicht, da es bei mir andere Muster sind?
Nach langem Nachdenken über diese Frage, denke ich, das, egal wie eingefahren man in seinem Alltag ist, trotzdem nie so eingefahren sein kann, solange man noch seinen Arbeitsalltag hat und sich nicht in Einsamkeit bewegt.
Die Einsamkeit um ihn herum, läßt ja nur einen Spieler zu…kommt ein weiterer dazu ist das wahrscheinlich plötzlich zu überraschend und nicht handhabbar.
Eine Schneedecke , in der ich meine Fußabdrücke hinterlassen kann, hatte ich kaum noch aufgedreht Rechnung, nachdem die warme Jahreszeit sich immer mehr über das ganze Jahr aussieht. Umso schöner, einmal bewusst durch eine frische Schneedecke zu laufen.
