Wichtige Punkte
Nachdem ich mein Gehalt in immer kürzeren Abständen in die Höhe getrieben habe und meine Arbeitsstunde damit immer weiter verteuert habe, war mir klar das damit auch der Erwartungsdruck auf mich wachsen würde.
Gedankenentsorgung
Nachdem ich mein Gehalt in immer kürzeren Abständen in die Höhe getrieben habe und meine Arbeitsstunde damit immer weiter verteuert habe, war mir klar das damit auch der Erwartungsdruck auf mich wachsen würde.
Gerade mit dem Freundeskreis für dieses Jahr noch zwei große Eventreisen gebucht.
Die ersten kühlen Tage des Herbstes fühlen sich unangenehm an.
Dunkel, grau und nass begrüßt mich dieser Montag im gefühlten November.
Da ab heute nun endgültig der Herbst vorherrscht , war es für mich gestern das Ende des Sommers, was wir mit dem letzten Open Air Konzert in diesem Sommer in T-Shirts und mit kühlen Getränken in der warmen Septembernacht feiern konnten.Besser konnte man den Sommer nicht verabschieden und so wirkt der Einzug der nasskalten Jahreszeit auch nicht mehr ganz so grausig.
Heute Unheilig.
Und diesmal mit meiner Frau.
Ein perfektes Konzert und zwei schöne Stunden, die nun als weiteres gemeinsames Event in unser gemeinsames Leben eingehen werden.
Neben dem Arbeitsleben und der Rolle als Eltern ist die Zeit umso wertvoller und wichtiger, in der man als Paar funktioniert und sich gemeinsame Erlebnisse schafft, aus denen gemeinsame Erinnerungen entstehen, die uns noch enger zusammenschweißen.
Schön, das wir das noch können.
Dieses Jahr hab ich es mal wieder auf die Funkausstellung geschafft.
Am Sonntag scheinen die Hallen noch überfüllter zu sein.
Viel Neues gab es irgendwie nicht, aber wenn man zwei Jahre noch da war, ist es schon ein Event hier durch die aufwendig gestalteten Hallen zu flanieren und sich von der überladenen Technik begeistern zu lassen.
Bin froh, das ich da war und irgendwie hat es sich auch gelohnt.
Heute wohnen wir genau seit zwei Wochen hier und noch immer hat diese Wohnung den Charakter einer temporären Ferienwohnung.
Der Tag geht und ich sitze gedankenverloren auf meinem Balkon.
Heute war eigentlich ein ruhiger und entspannter Tag, an dem wir nur kleinere Dinge in der Wohnung erledigt haben.
Nun sitze ich hier, mit leicht gedrückter Stimmung und fühle mich allein, obwohl ich das nicht bin.
Frau werkelt noch in der Wohnung und die Kinder haben eine ruhige Art gefunden miteinander zu spielen.
Trotzdem fühlt sich dieses einsame Gefühl nach „draußen“ an.
So als stünde ich jetzt lieber in der Masse mit Freunden umringt bei einem tollen Event oder mit der größeren Familie als Teil an einer langen Tafel einer Familienfeier oder eines Grillabends.
Die Ruhe in der Familie ist keine, aber heute wirkt sie so auf mich.
Vorhin beim Einkaufen stürzt hinter mir ein Paar um die sechzig in den Supermarkt.
Mit sehr starkem Berliner Akzent unterhalten sie sich durchgehend überlaut über das, was sie gerade tun und wahrscheinlich auch denken.
Beide sehen vom Leben sehr verbraucht aus und sprechen in einer sehr schlechten Grammatik.
Sie beschwert sich über den vollen Supermarkt und das man hier kaum noch was bezahlen kann.
Er spricht dann davon, das sie selbst zu Scheißen zu blöd ist, die asiatische aussehende Verkäuferin wohl zum unfähigen Ausländerpack gehört, weil sie nicht alle Waren sofort nach Auslage bestimmen kann.
Und überhaupt ist fast alles für ihn entweder zum Kotzen oder lächerlich.
Weiter stellt er fest, das die Kassiererin zu langsam ist, was seiner Meinung nach auf langen unfreiwilligen Sexentzug zurück zu führen ist.
Er findet irgendwie alles zum Lachen und wir alle finden eigentlich nur ihn zum Lachen.
Ich frage mich auf dem Heimweg, warum Gott (oder die Natur) uns alle mit so unterschiedlichen Intelligenzen ausgestattet hat.
Sonst reißt mich in der Woche der Wecker um sechs aus den schönsten Träumen.
Beim Aufstehen merke ich, wie unbeweglich ich gerade morgens bin, als würde der Rest vom Körper noch schlafen und nur nach und nach zu sich kommen.
Müde geht’s dann ins Bad, der erste Kaffee schafft ein Wachgefühl für die ersten Stunden.
So ganz munter werd ich den ganzen Tag nicht.
Es ist immer so als würde einfach Schlaf fehlen.
Am Wochenende klingelt kein Wecker und trotzdem bin ich zur gewohnten Zeit wach.
Aber ich döse nochmal ein, vielleicht eine Stunde.
Und schon fühle ich mich ausgeschlafen und voller Tatendrang.
Gut erholt und zufrieden.
Keine Müdigkeit jagt mich durch den Tag.
Ausschlafen ist Lebensqualität.
Was nur eine Stunde mehr bewirken kann.
Der Anfang in der Schule war für meine Tochter schwer.
Die Umstellung von Kita auf Schule, alles neue und fremde Gesichter und vor allem der veränderte Tagesablauf.
Sie wollte immer so früh wie möglich abgeholt werden und mache nie den Eindruck, freiwillig und voller Freude in die Schule zu gehen.
Diese Woche hatte sich das auf einmal in großen Schritten zum Guten gewendet.
Sie hat erste Freundschaften geschlossen und scheint sich in Schule und Hort wohl zu fühlen.
So kann auch ich den Arbeitstag anders angehen, ohne immer daran zu denken, so früh wie möglich an der Schule zu sein.
Mit den großen Veränderungen in unserer Familie wie Umzug und Einschulung kommt nun endgültig etwas Ruhe in das Neue.
Die Wohnung ist langsam (ge)wohnlich und der Alltag mit den Kids kommt auch in routinierte Bahnen.
Nun erscheint mir das Leben gleich viel glatter, entspannter und ruhiger…Einfach angenehmer.
Es ist bereits September und die letzten richtigen Sommertage fallen auf ein Wochenende.
Schaut man am Ende des Sommers wehmütig auf diesen zurück, dann ist er wohl gelungen und voller schöner Momente.
Trotzdem kommt es mir immer noch so vor, als sei das ganze Jahr inklusive Sommer im Eiltempo an mir vorbeigerauscht, wie ein Hochgeschwindigkeitszug.
So verabschiedet sich der Sommer doch noch mit einer kleinen Zugabe.
Und wieder ist es soweit.
Diesmal kränkelt mein Sohn rum und klagt über Kopfschmerzen und sieht auch irgendwie recht mitgenommen aus und läutet so mein vorzeitiges Wochenende ein.
Ein weiterer Tag frei auf Kredit, denn die liegenbleibende Arbeit muss ich an anderer Stelle wieder mitreißen.
Eigentlich wäre ich heute lieber arbeiten gegangen, denn Freitags ist mit der entspannteste Arbeitstag und zweitens um irgendwie den inneren Kreislauf bei zu behalten.
Nun frage ich mich, was ich mit der geborgten Zeit nun anfangen soll.
Lesen?Fernsehen?Ausschlafen?
Einmal aus der Spur gebracht und schon plan- und orientierungslos.
Völlig unbemerkt ist schon wieder fast die ganze Arbeitswoche an mir vorbeigeflogen.
Habe das Gefühl, diese Woche irgendwie gar nichts geschafft zu haben und kann mich an die einzelnen Tage nur wie bei einem Wimpernschlag erinnern.
Begleitet wird das mit meinem typischen (sonst) Freitagsgefühl.
Melancholisch, nachdenklich und leer komme ich mir vor, wie nach einer langen, schönen aber anstrengenden Reise, nach der man nur noch in die Stille blickt.
Diese Woche verging im Flug und hat doch irgendwie gar nicht stattgefunden.
Entweder meine Gedanken in dieser Woche waren zu voll um die Zeit mit zu bekommen oder zu leer um mich in Trance unbemerkt durch diese Woche zu tragen.