Vatergedanken

Dritte Woche Schule und schon kreisen meine Gedanken wieder problembehaftet um meinen Sohn.
Schulmäßig scheint alles ok, aber was passiert nebenbei?
Er rückt nur sehr zögerlich mit der Sprache raus, wenn wir nach seinem Alltag fragen.
Ganz nüchtern erzählt er uns, das er in der großen Pause allein auf dem Hof steht, wärend sich seine Mitschüler zu kleinen Freundesgruppen verbinden.
Auch ich war immer ein Kind der zweiten Reihe, was nicht sofort auf fremde Kinder zugehen konnte und schnell mit allen Freundschaft schließen wollte.
So wie mein Sohn, war und bin ich auch eher der zurückhaltende, ja fast verklemmt wirkende, aber ich habe immer Anschluß und Freunde gefunden, egal wo ich war.
Das Bild, mein kleiner Mann steht auf dem Schulhof als frischer Erstklässler…allein…gefangen in seiner Schüchternheit…selbstausgrenzend wegen seiner Hemmungen, der Gedanke bestimmt mich und macht mir zu schaffen.
Mehr als reden kann ich mit ihm nicht, denn auch er kann nicht über seinen Schatten springen.
Nach drei Wochen Schule sicher noch kein Grund zur Beunruhigung, aber man will doch das alles immer sofort perfekt läuft, erst recht im Leben der eigenen Kinder.
Schwere Gedankenlast heute, die es dem Schlaf schwer machen wird.

Spiel…Satz und Sieg

Mein Arbeitstag heute könnte man mit einem Fußballspiel vergleichen, welches man 6:0 gewonnen hat.
Ein Punktsieg weitaus höher als das, was man erwartete.
So konnte ich heute früh Feierabend machen nachdem ich den, mir zustehenden Ruhm, genossen habe.
Nun frage ich mich, wie lange ich mich nun auf diesen Lorbeeren ausruhen kann, oder ob ich die Messlatte meines möglichen Erfolges nun unfreiwillig höher gelegt habe.
Wird man mich nun nichtmehr am Spiel messen, das ich gewonnen haben, sondern wie hoch ich es gewonnen habe?
Möglicherweise bekomme ich nun auch ganz andere Gegner.

Privatleben ist nicht für alle da

Wie sehr mir doch eigentlich die „Promi-News-Tratsch-Ecke“ egal ist, was dort mit Ralf und Cora Schumacher medial versprüht wird, beweist das einigen nichts anderes einfällt, Privatleben auszuschlachten..umso peinlicher umso besser.
Was mag wohl in einem Mann vorgehen, der seine Frau im TV sieht, wie sie sich von einem anderen befummeln läßt?
Immer wieder diese Bilder und dann eine Einspielung eines Interviews von Ralf Schumacher in dem er beteuert, es sei alles in Ordnung.
Das Scheitern einer Ehe in all seinen Details geht nur die betreffenden an und das letzte was sie jetzt brauchen ist vorgeführt zu werden.
Selbst die öffentlichste Person, ist ein Mensch…der ein Rest von Respekt und damit ein Funken Privatleben verdient hat.

Das Ende vom "Computer TV"

Solange ich denken kann, gab es im Fernsehen immer viele Fachsendungen zum Thema „Computer“.
Schon vor vielen Jahren verschwand der Computerclub (zumindest aus dem Fernsehen im ursprünglichen Sinn) und dieses Jahr wurden dann noch die Sendungen „Neues“ (auf 3Sat) und „ct Magazin“ (hr) nach vielen Jahren einfach eingestellt.
Nun gibt es praktisch keine Sendung mehr im klassischen Fernsehen, die einen, im klassischen Bildungsauftrag, über Neuigkeiten und wissenswertes zum Thema Computer und Internet informiert.
Gerade mit „Neues“ bin ich quasi aufgewachsen und bezog daher viel meines digitalem Wissens.
Ich verstehe, das man TV-Formate hin und wieder überdenkt und an den Bedarf anpassen muß, aber sind wir wirklich schon soweit, das wir relevantes Wissen aus dem Netz filtern können, sobald wir richtig lesen und schreiben können?
Bedarf es einfach kein altes Medium Fernsehen mehr, das über ein neueres, das Internet, berichtet?
Vorbei die Zeit, in der man einmal wöchentlich, zu einer festen Sendezeit, sich über die neusten Themen aus der digitalen Welt informierte?
Ich finde es trotzdem schade, vor allem weil ich mich so dran gewöhnt hatte.
Fühle mich von der Zeit überholt.

Neues Leben

Blickt man zwei Jahre zurück, so würde ich mich eher als zurückhaltenden Typ beschreieben, der dreimal überlegt, bevor er was sagt.
Eine „gesunde“ Scheu gegenüber Fremden aber auch vor Bekannten nicht gerade als „Rampensau“ zu bezeichnen.
Eigendlich der Typ in der zweiten oder dritten Reihe, der immer über alles informiert sein will, aber nicht aus direkter Kommunikation.
Seit zwei Jahren arbeite ich in meiner neuen Position, in der ich zu dem „verdammt“ bin, wovor ich sonst große Hemmungen hatte.
Direkter Kontakt zu Kunden, Fremde ansprechen..ja sogar frei sprechen und sie mitzureißen….vor ein paar Jahren undenkbar.
Habe heute festgestellt, das dieser neue Job aus mir einen ganz anderen Menschen gemacht hat.
So profitiere ich nicht nur finanziell an den Veränderungen der letzen zwei Jahre, sondern auch in persönlicher Sicht.
Da persönliche Veränderungen sich beruflich und privat gleichermaßen auswirken, stehe ich heute an einem ganz anderen Punkt als vor zwei Jahren, welcher mir wiederum ganz neue Perspektiven aufzeigt.
Bei diesem Gedanken komme ich mir vor, wie ein großer Einsiedlerkrebs, der nun anfängt sich ein größeres Haus nach dem anderen zuzulegen, nachdem er lange sein Wachstum an das aktuell passende Haus angepasst hatte.

Wochenende-Ende

Sonntagabend läuft das Leben wieder perfekt nach Plan.
In Vorbereitung für die neue Woche müssen bestimmte Dinge erledigt werden, somit kann man fast sagen, das das Wochenende (in seiner freien Form) schon am Sonntagnachmittag endet.
So bin ich jetzt schon dabei mir in gedanklicher Form den morgigen Arbeitstag in seiner Reihenfolge vorzulegen, wie ich was wann anzugehen habe.
Schon schlimm, wenn man die Gespräche mit der Geschäftsleitung am Freitag Mittag noch weit in den Freitag mit rein nimmt und dann noch sich schon am Sonntag auf den Montag vorzubereiten beginnt.
Dabei müßte ich das nicht, denn ich bin Angestellter und müßte mir mit meinem Angestelltengehalt auch keinen Kopf um bestimmte Weichen machen.

IFA

War heute wieder zur IFA, wie jedes Jahr.
Nichtmal in erster Linie wegen der vielen neuen technischen Sachen, sondern eher wegen dem „Messe-Flair“, quasi so als persönliches jährliches Ritual.
Es ist Anfang September, also geht’s zur IFA.
Und dennoch gabs viel zu staunen.
Das alte Tastenhandy ist ganz vom Smartphone verdrängt worden, Full HD ist Standard und 3D kann auch bald jedes Gerät.
Meine Favoriten waren die „LG-Halle“ und (überraschend gut und freundlich) gab sich „Dell“ mit einem PC (oder Laptop) der 2D Grafiken bei Spielen in 3D rechnen kann.
Ein Computerspiel mit Brille in 3D betrachten, das war mein „Stauner“ des Tages.
Damit ist für mich die IFA 2011 auch schon gelaufen, hat sich aber gelohnt und das Wetter war ja auch super.

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September

Der September zeigt sich nun genau so, wie ich das erwarte.
Vielleicht passt aber auch nur das Wetter der letzten Wochen nun auch zum aktuellen Monat.
Etwas kühler aber nicht kalt, der Himmel voller Wolken von weis bis dunkelgrau, läßt die Welt um mich rum etwas lichtärmer erscheinen.
Ich schwelge in Erinnerungen von lange vergangenen Sommern, vor allem weil mir diese viel länger vorkamen.Manchmal fühlt sich die Zeit an wie eine, sich abwärts verengende, Spirale.
Umso weiter man nach unten kommt desto schneller dreht man sich um den Mittelpunkt und umso weiter entfernt man von den Kreisen am Anfang der Spirale.

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Schrecksekunde

Heute morgen in der Schule meines Sohnes.
Ich bin für ein Gespräch im Sekretariat als eine Leherin mit einem Kind in das Zimmer stürzt.
Der Junge (aus der Klasse meines Sohnes) ist auf der Treppe ausgerutscht und dann gestürzt.
Eine Platzwunde über dem Auge und viel Blut.
Er lag sich auf die Couch im Zimmer und drückte sich einen dicken Verband auf die Wunde wärend Lehrerin und Direktorin versuchten Eltern und einen Arzt zu erreichen.
Ich sah ihn da liege, er sah mich an.
Nicht mein Sohn, aber wie ich ihn da so liegen sah.
Er war selbst von der Situation erschrocken und wußte selbst nicht was er davon halten sollte.
Dieser hilflose Blick dieses Erstklässlers verfolgt mich schon den ganzen Tag.
Auch wenn ich weiß, das der kleine Mann sich nichts ernsthaftes zugezogen hat, bekomme ich die Bilder nicht aus dem Kopf.
Ein kleiner Mensch in Not…er sieht mich an…ich will ihm irgendwie Trost spenden und ihm die Angst nehmen, aber ich bekomme irgendwie keinen Ton raus.
Wegen dem Kind selbst, aber auch wegen meinem Sohn, denke ich viel an die Unfallgefahren des täglichen Lebens.
Eben noch alles ok und dann….
Ich glaube, der kleine hat es schon wieder vergessen, wenn mich dieses Bild immer noch bewegen wird.

Der letzte Tag im August.

Normalerweise verbinde ich mit dieser Zeit den langsamen Abzug des Sommers.
Die Sonne schafft es nichtmehr ganz so hoch und aus der Sonmerhitze sind angenehme Temperaturen geworden.
Die kräftigen Naturfarben des Frühlings sind schon etwas ausgeblichen oder man hat sich so daran gewöhnt das die Farben nun nichtmehr ganz so strahlend wirken.
Das Ende des Sonmers ist für mich sonst mit die schönste Zeit des Jahres, aber nun komme ich mir vor, als stünde ich schon weiter im Herbst als es für Ende August üblich wäre.
Der Wind treibt die ersten Blätter von den Bäumen und stehts bewölkte Himmel läßt die Sonne nur als weißes Streulicht durch..
Ohne Jacke geht man nicht aus dem Haus.Untypisch für diese Zeit.
Ab morgen ist September, für mich ein Herbstmonat.

Schule als soziales Neuland

Der Große geht nun zur Schule und eröffnet sich damit ein völlig neues soziales Umfeld.
Ich kann mich zwar auch noch leicht an meine Kindergartenzeit erinnern, aber die Schulzeit war dann doch prägender und aus einigen Schulfreunden blieben Freunde fürs Leben.
Nun eröffnet sich dieses neue Lebensfeld meinem Sohn und uns zieht es da irgendwie mit rein.
Ich staune wie schnell man die anderen Eltern kennenlernt und hier und da schon persönliche Kontakte knüpft, nur aus der Gemeinsamkeit heraus, Kinder in der gleichen Klasse zu haben.
So gehe ich jeden Morgen grüßend über den Schulhof, den Einen kennt man vom Sehen, den Anderen schon besser.
Nicht nur für die Kinder ein neues soziales Gebiet, sondern nun für uns Eltern auch.

Leerlauf

Die ganze Woche ist eng gestrickt und ab Montag Mittag freut man sich schon auf das kommende Wochenende und fiebert dem entgegen.
Endlich Freitag, meist ein kurzer und ruhiger Tag und dann gehts endlich los, das Wochenende.
Und nun?
Es ist Wochenende und ich weiß nicht so recht was mit mir anzufangen.
Gut das längere Ausschlafen kommt mir entgegen, aber dann?
Die Kinder sind bei den Großeltern untergebracht und die Frau ist auch unterwegs.
Einen richtigen Plan, was ich mit der ganzen Zeit anstellen soll, habe ich nicht.
Ich könnte den ganzen Tag am PC spielen oder Fernsehen gucken, aber das hätte auch schon was von „Zeit totschlagen“.
Nun bin ich im Leerlauf und stelle fest, das ich keine fesselnden Hobbies mehr habe, denen ich mich sofort widmen kann ,sobald mal ein Funken Freizeit in mein Ablauf kommt.
Zwar gibt es einige Sachen, die mir aber auch jetzt zu anstrengend wären oder ich hab da jetzt nicht so den Draht dazu.
Vielleicht erholt man sich auch am besten, wenn man wie ein Zombie in der Wohnung hockt?
So werd ich nun durch die Wohnung tiegern und nach dem suchen, was mich angrinst getan zu werden.
Irgendwann ist dieses langweilige Wochenende auch vorbei und wieder Montag und ich kann mich die ganze Woche aufs nächste Wochenende freuen.
Vielleicht liegt ja hier in der Vorfreude die Befriedigung.

Nachtbild

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Über der Stadt

Als Berliner fährt man am Fernsehturm eher nur vorbei.
Heute war ich mal seit langem wieder drauf und dazu noch im zweiten Stock über der Aussichtsplattform im Restaurant.
Gehobene Küche zu Citypreisen, aber es war gut und hat sich gelohnt.
Eine Stunde braucht es, um sich samt Restaurant einmal um die eigene Achse zu drehen und ganz Berlin einmal vorbei ziehen lassen.
Obwohl in Berlin immer was passiert und die Stadt sich ständig verändert, sieht die Stadt aus 200 Meter höhe eher statisch und künstlich aus.
Ich sehe runter und mir fällt die eine oder andere Ecke auf , zu der ich eine persönliche Erinnerung habe.
Manchmal sieht Berlin von hier oben vertraut und mal befremdlich aus.
Langsam wird es Nacht und aus einem grauen Regentag eine nass leuchtende Regennacht.
Hier oben ist man nicht nur über Berlin sondern auch draußen.
Umso länger ich in Ruhe runtersehe desto leichter fällt mir es, Gedanken einfach wild fließen zu lassen.

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Altes Haus

Wiedermal Station in meiner Vergangenheit gemacht.
Station an meiner alten Wohnung.
Wieder Erinnerungen an die alte Zeit, was hier alles passiert, was hinter mir liegt.
Blicke auf eine lange schöne Zeit zurück.
Kann man über das Wohnen in der Platte sagen was man will, wohnt man weiter oben , sieht man die Landschaft steht’s als Ganzes und das macht den Kopf frei.
Es war absehbar, das ich diese Woche nochmal hier landen würde, so oft wie in letzter Zeit mental in der Vergangenheit verweile.

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Sommer in Berlin

Der (bisher) heißeste Tag des Jahres soll heute mit 34 Grad den Sommer bringen.Auch wenn es nur für einen Tag ist und dieser Sommertag wahrscheinlich nicht nochmal überboten wird , besser so als gar kein Tag ohne typisches Sommerbild.
Der Sommer 2011 eng geschnürt und gut verpackt in nur einem einzigen Tag.

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Überschreitung der Befugnis

Ich habe heute das erste Mal in meinem Leben vorsätzlich meine Befugnisse in der Firma überschritten und eine Entscheidung getroffen, zu der ich nicht berechtigt bin.
Nicht einfach so, sondern um ein kriechendes (mein) Projekt endlich mal in die Gänge zu bekommen.
Von Oben gabs bisher nur „Beifall“ für die Räder, die ich nun wieder in Bewegung gezaubert habe….über die „Amtsanmaßung“ ….bisher kein Wort.
Frechheit siegt.

Backup

Habe mir mal wieder eine neue Festplatte gekauft, zwecks Datensicherung.
Da die Dinger immer mehr Speicherplatz haben und wir immer mehr digital speichern können (und das auch sammlerhaft tun) wird es immer tragischer, wenn dann wirklich mal eine Festplatte ausfällt.
Also habe ich das wirklich wichtigste wie …Fotos, Dokumente, Urlaubsfilme und meine CD (Heute Mp3) Sammlung in einen Ordner gepackt und ich gleich zwei mal auf zwei verschiedenen Platten gesichert.
Einer Platte allein traue ich schon lange nichtmehr, und selbst mit zwei Sicherungen ist mir auch noch nicht ganz wohl.
Und das wird auch nicht besser, umso mehr wichtige Daten,Filme und Bilder dazu kommen.
Das Wichtigste vom Wichtigen macht dennoch fast schon ein Terabyte aus.
Vor allem die Videos von meinen Kindern, die ich in bisher in allen ihren Entwicklungsstufen ausgiebig gefilmt habe, sind Daten, deren Verlust ich mir nicht in meinem schlimmsten Albtraum vorstellen könnte.
Vor zehn Jahren passte mein Backup noch auch eine gebrannte CD und vor 15 Jahren auf eine Diskette.
Mein Datenpaket wird wohl immer größer und wohl auch immer schneller wachsen wenn ich da an die steigenden Megapixel meiner Kamera denke und an die Möglichkeit bald selbst in HD zu filmen.
Dabei bin ich eher bemüht, das persönliche Datenpaket so klein und kompakt wie möglich zu halten.
Angesichts der Bedeutung dieser Festplatten, die diese Daten beinhalten, komme ich nicht von dem Gedanken los…alles noch auf einer dritten speichen zu müssen.Festplatten können ausfallen und sicher ist sicher.
Einem Fotoalbum konnte nicht viel passieren und man hatte irgendwie auch nicht diese „Angst“ , die ich bei den digitalen Speichermedien habe.
Die digitale Revolution kann einen ganz wirr machen und mich zu einem „Datenmessi“ erziehen.

Loriot

Jeder hat wohl seine Lieblingszenen von Loriot.
Das sind meine, die ihn für mich weiterleben lassen.

Herbst

Heute präsentiert sich der Sommer schon als kleiner Herbst.
Bedeckt und kühl erinnert mich der eintreffende Regen an die Zeit des letzten Herbstes.
Der Sturm letzte Nacht, hat schon die ersten Blätter von den Bäumen gefegt und nun bilden sich schon die ersten Laubhaufen unter so manchen Bäumen.
Noch zählt der August zu den Sommermonaten, und sollte es wirklich nochmal warm (heiß) werden, werde ich die Hitze genießen.
Klimaanlage aus und die Wärme noch einmal wirken lassen, mit dem Wissen, das es wohl der letzte heiße Tag des Jahres sein wird, in einem Sommer, der nicht wirklich angekommen war.

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