Château des Abends

Gedankenentsorgung

Fahre durch die Stadt und stelle fest wie leer und ausgestorben wieder alles wirkt. Hier am Halleschen Tor war das multikulturelle Leben eigentlich rund um die Uhr am pulsieren und heute starrt man nur auf geschlossene Geschäfte und menschenleere Straßen. Das lichtarme grau in grau gibt dem Tag den depressiven Rest.

Hab es diese Woche mal wieder geschafft ein Hörbuch anzufangen. Hab mich gleich so von der Geschichte mitnehmen lassen, das ich noch diese Woche beenden werde. Wenn man erstmal drin ist, kann es richtig Spaß machen, einfach nur zuzuhören.

Zumindest der erste Arbeitstag. Bin wieder in der Spur und im Alltag des neuen Jahres angekommen. Nach der langen Zeit zu Hause, fühlt es sich erfüllend an, mal wieder einen anderen Tagesablauf zu haben.Nachdem man ja sonst nur guckt, wann man wo wie lange frei bekommen kann, ist das andere Bild im Leben, was ein Job zeigt, auch nicht zu unterschätzen.

Seit fast einem Jahr beherrschen uns alle die Einschränkungen der Anti-Corona-Maßnahmen. Im Grunde halten wir uns daran und haben eigentlich großes Verständnis dafür, das man nirgends so weitermachen kann wie bisher und sind da vorsichtig wo es nur geht und ich vermeide eigentlich jedes unnütze Risiko.
Nun kam gestern die Einladung eines Freundes, bei ihm mal vorbei zu schauen und ich wußte was mich da erwartete. So sassen wir gestern in einer langen und fröhlichen Runde mit zehn Leuten und haben den Abend einfach mal so genossen, als würde es die weltweite Lage, in der wir uns befinden, gar nicht geben.
Sicherlich im Grunde war dieses auf den ersten Blick sehr unvernünftig, aber menschlich gesehen tat es einfach mal gut, nach der ganzen Zeit der Selbstisolation mal für einen Abend das Leben wieder zurück zu lassen.
Gerade gestern fiel es mir auf, wie sehr mir diese Runden im großen Freundeskreis die letzten Monate gefehlt haben, was mir so im Leben am meisten gefehlt hat.
Auch wenn es ein schöner und mal wirklich seelisch gesehen wichtiger Abend war, bin ich mir über das Risiko solcher spontanen Ideen dennoch bewußt und werde dies nicht einreißen lassen dieses in diesen Zeiten all zu schnell wiederholen.
Ich hoffe mal einfach, das unsere Zusammenkunft am gestrigen feucht fröhlichen Abend kein gesundheitliches Nachspiel hat und nehme das als Wohltat für die Seele einfach mal so mit und versuchen daraus neue Kraft zu schöpfen, diese Zeit der sozialen Isolation zu überstehen.
Heute ist mein letzter Tag von meinem doch sehr langen Urlaub. Zusammen mit den Betriebsferien hatte ich nun über den Jahreswechsel fast drei Wochen frei und nun trennt mich nur noch ein normales Wochenende vom Beginn des Alltags.
Wie schon nach drei Wochen Sommerurlaub ist es nun nach drei Wochen ebenfalls so, das ich sagen kann…..es reicht..jetzt kann auch wieder was anderes kommen.
Für mich ist das der Moment der Erkenntnis, mich in dieser Zeit maximal erholt zu haben und genau am Zeitfenster zwischen schön langem Urlaub und langsam einrosten zu stehen.
So sehr ich mich auf diese lange freie Zeit gefreut habe und so sehr ich sie auch genossen habe, bin ich nun echt froh, einen Job zu haben, der mir ab Montag wieder ein anderes Leben bietet. Noch länger weiter machen wie bisher, und vielleicht dann auch mit einer unendlichen Option, ist eine sehr beunruhigende Vorstellung.
Auch wenn mir die sozial eingefrorene Coronasituation um mich rum immer mehr nervt und ich auch immer mehr gesellige Abende in meinem großen Freundeskreis vermisse, konnte ich diese ruhige Zeit hier um den Jahreswechsel doch sehr gut nutzen um mal komplett runter zu kommen und mit mir selbst ins Reine zu kommen.
Gerade der Besuch bei meiner verkomplizierten Freundschaft vor zwei Tagen, hat mir wieder deutlich vor Augen gefühlt, wie froh ich sein kann das sich mein Alltag ab Montag wieder ändert.
Ich meine, er kann tun was er will und zwischen uns ist seine Dauerarbeitslosigkeit nie ein Thema und hat für mich keinerlei Relevanz, aber wenn ich das so auf mich übertrage und mir vorstelle, das dieser „Urlaubsstatus“ den ich jetzt habe ohne zeitliche Begrenzung weitergehen soll, so ist das schon ein schauerlicher Gedanke.
Was Kann ich also besseres von mir behaupten, als das ich mich am Ende eines langen und erholsamen Urlaubes wieder auf den Arbeitsalltag freue?
Da ich noch Urlaub habe aber heute echt mal raus musste, hatte ich die Idee doch mal meine verkomplizierte Freundschaft besuchen zu fahren. Vielleicht auch gerade, weil unsere letzte Kommunikation nicht so klärend war.
Es kam dann so, wie ich mir das schon gedacht hatte. Als ich erstmal da war, freute er sich das ich ihn mal besuchen kam und schon in den ersten Gesprächsminuten stellte sich heraus, wie sehr ihn dieses Coronathema mit seinen ganzen Einschränkungen launisch macht und belastet.
Ein kleiner Besuch und schon war für uns beiden damit heute wahrscheinlich der Tag gerettet, denn auch mir fällt hier so langsam die Decke auf den Kopf. Urlaub und frei haben ist ja was schönes, wenn man viele Optionen hat, mit denen man die Zeit füllen kann. Einfach nur abzuwarten und eigentlich kaum noch raus zu dürfen, da sehe dem Ende meines Urlaubes gelassen entgegen.
Für uns beiden war dies heute ein Gewinn, ein kleines Zeichen von Zusammenhalt in einer Zeit in der man noch gar nicht weiß, was gerade alles auseinanderbricht.
Ein guter Tag beginnt mit einem starken Frühstück..

Immer wiedermal…Titanic ist irgendwie Kult. Schon so oft gesehen, aber nicht in den letzten Jahren. Heute ist es dann mal wieder soweit.

Wie durch eine innere Eingebung habe ich heute morgen meine Playlist mit meinen Hits von damals gestartet. Irgendwann zog es mich so rein, das ich mir gleich ein paar Fotos aus der Zeit rausgesucht habe. Mich an diese meine Zeit erinnert und dann wieder einmal festgestellt, das sich dieser Teil meiner Erinnerungen in diesem Sommer bereits 30 Jahre in der Vergangenheit befinden werden.
So richtig scheine ich mich nicht daran gewöhnen zu können, wie subjektiv falsch man ein zeitliches Erlebnis weit weg schätzt. Und wieder fällt mir auf, das die ersten 10 Jahre nach dieser zeit so viele Veränderungen für mich hatten und daher von heute aus, viel länger wirken als die letzten 10 Jahre. Fazit : die Zeit vergeht im Leben mit zunehmenden Erfahrungsalter immer schneller. Aber in mir ist keine Angst und kein Gefühl, irgendwas verpasst zu haben. Ich kann mit absoluter Zufriedenheit sogar dreißig Jahre zurück blicken und mich warmherzig an diese magische Zeit erinnern ohne das Gefühl zu haben, es wäre schon zu viel Zeit vergangen und ich hätte irgendwo irgendwas ausgelassen. Ein schönes Gefühl, sich so weit erinnern zu können ohne richtigen Wehmut und Dankbar zu sein, diese Zeit so unbefangen und tief erlebt haben zu dürfen.

Es hat geschneit….und taut nicht sofort weg. Werde das Gefühl meiner Erinnerung nicht los, das es früher öfter und mehr Schnee gab. Trotzdem heute mal ein schönes winterliches Bild.




Wiedermal Gedanken um meine verkomplizierte Freundschaft.
Seit Monaten verläuft mein Kontakt zu dieser (selbst)-isolierten Person nur noch sporadisch ab. Er meint selbst, das er in Zeiten des Coronabedingeten Lockdowns kein Unterschied zu seinem „normalen“ Leben sieht, da auch nun sein Tag nur aus Aufstehen-Fernsehen-Schlafengehen besteht, wie vorher auch. Nein halt, früher war noch der regelmäßige Besuch im Fitnessstudio der Rausreißer überhaupt, aber damit ist es auch seit zwei Monaten vorbei und damit der einzige Faktor, der einen Unterschied macht.
Nachdem er nun immer knapper auf meine Fragen und Anfragen reagiert hatte, frage ich nun mal, ob ich ihm irgendwo getan habe, denn auf jeden Vorschlag, was man zusammen unternehmen könnte und sogar was man schonmal planen könnte, kam in letzter Zeit ein fest stehendes Nein.
Ein Nein, was ich irgendwie nie ganz verstehen werde, denn ich weiß das ich einer seiner letzten Kontakte im Leben bin und sein einziger Kontakt in eine halbwegs soziale Umgebung.
Die Antwort kam schnell und ich habe ihm nichts getan, aber er würde es vorziehen, im nächsten Jahr erstmal ein paar Monate NICHTS zu tun.
Ok weis ich bescheid, brauche ich nicht mehr nachzufragen, frage mich aber schon wie das NICHTS aussieht, wenn man sich bereits im NICHTS befindet.
Wenn man eine kleine Sozialwohnung nur zwei mal in der Woche zum Einkaufen verläßt und keinen Kontakt zu irgendjemand wünscht aber auch kein Interesse an möglichen Nachbarn hat, dann frage ich mich schon, ob die Corona-Krise einen einsamen Menschen noch einsamer manchen kann und einen eh schon verstörten noch weiter zu verstören?
Wie kann man so weit mit dem Leben herunterfahren das man den Drang zurück ins Leben nicht mehr verspürt, sondern dieses Runterfahren und isolieren selbst zu einer Suchtspirale zu werden scheint wie bei Magersucht oder ähnlichem?
Wie kann man sich im Leben so zunehmend rausnehmen, das ich mich ernsthaft frage, wie mehr man noch in diesem NICHTS versinken möchte. Kommen Tage und Wochen in denen man selbst keinen Sin darin sieht das Bett zu verlassen?
Beim Vergleich mit mir selbst sehe ich, wie diese gezwungene soziale Isolation einen auf Dauer anbrechen kann, und kann daher kaum verstehen, wie man darin einen erstrebenswerten Zustand sehen kann.
Mir bleibt nichts anderen übrige, als sein Wunsch zu akzeptieren und ihn weiter in Ruhe und damit in seinem NICHTS zu lassen…nachvollziehen kann ich dieses aber nicht , was die Vermutung offen läßt, das es sich um ein richtiges Problem handelt.
Wir sind beide im gleichen Alter und ich frage mich, ab bei ihm es jetzt schon an der Zeit ist, den aktiven Teil des Lebens hinter sich zu lassen? Kann ein aktives Leben in diesem Alter mental schon vorbei sein? Ich denke in diesen Tagen oft an unsere gemeinsame Zeiten zurück und sehe immer, das ich an den wichtigsten Weichen im Leben einfach nur die größere Portion Glück hatte, nun auf diesem Gleis gelandet zu sein.
Im Sommer schonmal von Bier auf Wein umgestiegen und es als bekömmlicher wahrgenommen, haben wir uns heute mal eine Flasche italienischen Wein aufgemacht.

The Shadow of the Tomb Raider …hab ich nun begonnen, wahrscheinlich da ich die Reihe von früher noch kannte und ich gleich weis worum es geht. Neues Spielabendteuer also ..

Heute mal wieder raus…ein bisschen Bewegung an der frischen Luft. Gleich ne neue Strecke ausprobiert unf für gut befunden. Acht notwendige Kilometer notwendige Bewegung in dieser faulen Zeit.

In diesem faulen, aber mal ganz angenehmen, Trott ist eine Stunde draußen an der frischen Luft am Tag doch irgendwie Pflicht. So sehr ich es auch genieße, nichts tun zu müssen und gerade das zu tun, wonach mir ist…muss ich ab und zu mal raus…und dann tut es auch richtig gut.
