Der Mai im Oktober

Es ist T-Shirt-Wetter.

Die ganze Woche bin ich schon in kurzärmligen Sachen unterwegs.

Beim Autofahren brauche ich eine Sonnenbrille, wenn die Sonne wolkenlos vom Himmel lacht und irgendwie noch mächtig wärmende Kraft hat.

Kurz im Kopf die logische Jahreszeitenuhr ausgeschaltet und in die Natur geguckt, fühlt es sich eher wie April oder gar Mai an.

Die ersten Monate im Jahr nach dem Winter sind auch oft so sonnenreich, das ich immer wieder das trügerische Gefühl habe, wir befinden uns im Frühling eines erst beginnenden Jahres und der ganze Sommer mit seiner tollen Zeit liegt direkt vor mir.

Im T-Shirt durch den Frühling und die Sonne auf der Haut spüren, bald beginnen die langen Abende draußen am Grill und im Zenith des Sommers geht’s in die schönste Zeit des Jahres, in den Sommerurlaub.

Nur das fallende Laub erinnert mich dran, das das Jahr im Begriff ist zu gehen und der vergangene schöne Sommer hier sowas wie eine kleine Zugabe spielt.

Es ist höchstens eine Frage von Tagen, bis ich mich im tiefsten Novemberwetter wiederfinde.

Bis dahin lasse ich mich von meinem Gefühl weiter täuschen…

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Ein Glied in der Kette

Man sagt „Eine Kette ist nur so stark, wie ihr schwächstes Glied“..was ja stimmt, denn unter Belastung reißt die Kette genau an diesem schwachen Punkt.

Weiter übertragen auf das Leben bedeutet das, das jedes Individuum letztlich am gleichen Strick hängt, wie jeder Andere in dieser sozialen Gruppe.

Also selbst wenn man sich freuen würde, wenn einem Kollegen ein großer Fehler passiert (weil der Fehler nicht einem selbst passiert ist), so trägt doch dieser Fehler (mal mehr mal weniger) zur Schwächung des ganzen Unternehmens bei, von dem man selbst auch abhängig ist.

Jeder, der eine soziale Gruppe verlässt, macht diese Gruppe schwächer und eine sich abschwächende Gruppe schwächt dadurch jeden Einzelnen dieser Gruppe.

Egal ob diese Gruppe Familie, Verwandtschaft, Kollegium oder Nachbarschaft heißt ..es trifft immer zu.

Gedanken über die kleinen Gehässigkeiten und Lästereien des Alltags.

Gedanken , die mich umdenken lassen.

Langzeitsingle

Nach einem Gespräch bleiben wieder die Gedanken an besprochener Thematik hängen.

Es ging um Langzeitsingles.

Immer irgendwie ruhelos auf der Suche zu sein und dadurch immer unter dem eigenen Druck zu stehen, in der Hoffnung, die Situation würde sich bald ändern.

Ich selbst war nie lange Single, aber ich kann mich an diese Zeiten noch gut erinnern, auch wenn sie schon sehr lange her ist.

Immer das Gefühl es würde was fehlen und das sich dieses bald mal ändern müsste.

Die großen Hoffnungen, die man in einer Chance auf eine Beziehung sieht (oder nur die Chance Jemanden kennenzulernen) und dann das große Gefühl der Enttäuschung, wenn dann dich wieder alles beim Alten bleibt.

Die Resignation beim Vergehen der Zeit und die quälenden Zweifel, ob da überhaupt noch mal Jemand in mein Leben kommt.

So gut und intensiv ich mich daran erinnern kann, beschreibt es doch nur das Gefühl von wenigen Wochen.

Wie hart muss diese Tendenz sein, wenn man sich jahrelang als unfreiwilliger Single durchs Leben bewegen muss?

Ein Gespräch mit einem Langzeitsingle kann diese Gefühle nicht beschreiben, jedoch sind es einige Äußerungen, die mir stellvertretend für diese Situation im Gedächtnis geblieben sind.

Er meinte, das man sich als Langzeitsingle sich in so ziemlich jede dritte Person etwas verliebt, mit der man Kontakt hat.

Bei simplen Flirts ist es fast Jede, die dann schon Schmetterlinge verursacht.

Es liegt wahrscheinlich daran, das hier der Wunsch nach Nähe einen so sensibel reagieren läßt.

Umso mehr Zeit als Single vergeht desto schlimmer und trauriger wird’s eigentlich aber umso besser lernt man mit einem Bein zu laufen.

Herbstsee

Es ist genau zwei Jahre her, als mich ein zufälliger Spaziergang hier zu diesem See führte.Damals war es ebenfalls Ende Oktober und ich bewunderte hier die Farben des Herbstes.

Da ich jeden Tag an diesem See zwei Mal vorbeifahre, habe ich mich heute dazu entschlossen, meinen Herbstspaziergang von 2011 zu wiederholen.

Wieder fallen mir die Farben des Herbstes ins Auge und ich lasse meinen Gedanken freien Lauf.

Ein nachdenklicher Gang über das, war vor genau zwei Jahren war und an die Ereignisse, die nun zwischen diesen beiden Herbstspaziergängen passiert sind.

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Berlins geheime Ecken

Der Bezirk Kreuzberg heißt wahrscheinlich so, weil mitten im Bezirk sich ein kleiner Hügel erhebt.

Auf ihm der Auguste-Viktoria-Park mit einem beeindruckenden Denkmal.

Aber hier oben war ich wegen der guten Sicht.

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Philosophie Weitblick

Eine Position oder Erhebung, von der man mehr Fläche überblicken kann, als man ebenerdig überschauen kann, löst ein besonderes Gefühl aus..

Ist man es gewöhnt, nur „bis zur nächsten Ecke“ sehen zu können, ist der Blick von oben was besonderes.

Rings um einen selbst eine klare Horizontlinie zu erkennen, gibt das Gefühl nicht nur physisch über den Dingen zu stehen, sondern auch mental.

So fließen auch andere Gedanken durch den Kopf, als wenn man nur bis zum nächsten Moment sehen kann.

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Weite Sicht

Vom Schiffshebewerk über den Finowkanal.

War schon oft hier, aber noch nie hier oben.

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Niederfinow

Seit fünf Jahren war ich nicht hier.

Da ich heute sowieso in der Umgebung war, habe ich mir heute den persönlichen Wunsch erfüllt, hier mal wieder vorbei zu schauen.

Heute ist wieder einer dieser Herbsttage, die auch als Sommertag durchgehen könnten.

Ein Spaziergang entlang des Schiffshebewerkes.

Wenn so alte und große Maschinen noch immer in Betrieb sind, wirkt das auf mich, als wären sie für die Ewigkeit gebaut worden.

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20 Grad

Die Sonne wärmt uns, die Strassencafes sind voll mit Menschen in frühlingshafter Bekleidung.

Mit gut 20 Grad heute und Sonne satt, könnte es auch einer der ersten warmen Tage im April oder Mai sein.

Das fallende Laub wirkt grotesk in diesem Bild.

So stelle ich mir den perfekten Spätsommer vor, aber nicht den Herbst.

Aber ich sage mir, genieße den Moment, die typischen nassen Herbsttage kommen früh genug.

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Familiensonntag

Bei dem schönen Oktoberwetter einfach nochmal raus und mit den Kids in einen Kletterpark.Ein guter Abschluss des Wochenendes und besser als das Ende des Wochenendes auf der Couch zu erwarten.

Für mich gehen heute drei Wochen zu ende, in denen ich eine Woche Urlaub hatte, dann zwei Tage Arbeiten war und dann krank war.

So freue ich mich, wieder gesund und vollkommen hergestellt zu sein.

Neben aller Genesung in den letzten beiden Wochen war es auch ein bisschen wie Urlaub.

Zwar war ich die meiste Zeit im Bett oder auf der Couch, aber nun komplette drei Wochen kaum einen Gedanken an die Arbeit aufgebracht zu haben, hat auch was von Urlaub.

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Sommerrodelbahn

Nach dem Tag mit der Männergruppe gestern, tat es mir heute mal ganz gut, zur Abwechslung etwas mit der Familie zu unternehmen.

Nach dem schönen und ausgefüllten Tag gestern, besteht immer die Gefahr am Tag danach in ein kleines emotionales Loch zu fallen, wenn man sich „nur“ vom Tag davor ausruht und den Tag nachdenklich auf der Couch verbringt.

So als würde man umso tiefer fallen , je höher man sich am Vortag gefühlt hat.

Mit der Familie was schönes zu unternehmen bringt das Gefühl, das unternehmungsgefülltem Wochenende geht weiter, nur auf einer anderen Ebene.

So fuhren wir heute zur Sommerrodelbahn hier in der Nähe…ganz spontan..aber für Alle ein großer Spass.


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Auswärtsfahrt

Gestern wieder mit den Fußballfreunden auf Auswärtstour gewesen.

Diesmal zu Gast bei Energie Cottbus.

Auswärtsfahrten haben den Vorteil, das man nicht nur das Spiel zusammen genießt, sondern praktisch den ganzen Tag zusammen ist.

So war es mehr als ein schönes Event, nämlich ein schöner Tag, der uns von nun an in unserer Erinnerung verbinden wird.

Fazit am Ende des Abends…könnten wir ruhig öfters machen.

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Minischlaf

Heute Morgen hatte ich die Kinder zur Schule gebracht und mich dann zu Hause nochmal ins Bett gelegt.

Irgendwie war ich noch müde aber nun war ich schonmal wach und so entschied ich mich dazu, schön im Bett meinen Lieblingsfilm auf DVD zu gucken.

Und dann passierte es, ich schlief kurz ein

Ich wurde wach und konnte mich noch an den Traum erinnern den ich kurz vorm Aufwachen hatte.

Geweckt von einem lauten Geräusch im Film, spulte ich zu der letzten Stelle zurück, die ich bewußt noch wahr genommen hatte.

Gefühlt bin ich nur 5 Sekunden weggenickt, in Wahrheit waren es sieben Minuten.

Faszinierend, das man den exakten Punkt während und kurz vor dem Einschlafen nicht bewußt mitbekommt.

Ja und nun bin ich nach sieben Minuten viel wacher und ausgeschlafener als vorher.

Erstaunt, was sieben Minuten Schlaf verändern können.

Große Runde

Heute Morgen, nachdem ich die Kinder zur Schule brachte, war mir wieder nach Bewegung an der frischen Luft.

Und so bin ich heute gleich fast drei Stunden durchspaziert.

Dabei führte mich mein Weg nicht zufällig vorbei an alten Wegen.

Es war ein Spazierweg durch meine Vergangenheit.

Vorbei an Orten, die für mich Bedeutung haben und vorbei an Häusern in denen ich mal gewohnt und gelebt habe.

Eine Tour durch meine Geschichte, ein Weg von persönlicher Bedeutung.


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In der Stille des Sees

Herbstlich und neblig trübe zeigt sich der Blick über den spiegelglatten See.

Die Gedanken des Alltags bleiben zurück und mir gehen Gedanken der Vergangenheit durch den Kopf.

Es ist so, als würde ich hier einen inneren Eimer ausleeren, der im Laufe des Alltags unter einem tropfenden Wasserhahn zu stehen scheint und bereits seit langem übergelaufen ist.

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Raus

Ich wollte heute einfach nur raus.Eigentlich egal wohin, aber in der Wahl ist mir doch die Naturecke lieber als ein Stadtbummel.

Nach einer Woche, die ich fast nur in der Wohnung oder gar im Bett verbracht habe, ist das heute der erste Schritt zurück in dir Normalität.

Das lange Stubenhocken zeigt sich nun von seiner gemeinen Seite, denn bereits nach einer Stunde spazieren an der frischen Herbstluft, scheinen meine Kraftreserven aufgebraucht zu sein, ist mein Körper es von letzter Woche nur gewöhnt, mich aufs Klo oder in die Küche zu bewegen.

Der erste Schritt gegen den aus Faulheit und Krankheit erschlafften Körper.

Ab jetzt geht’s wieder bergauf.

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Nur so

Einfach mal nur so Morgens in einem Park sitzen und nichts tun, außer leer in die Gegend zu schauen und die Bäume dabei beobachten, wie sie ihre Blätter verlieren.

Klingt auf den ersten Gedanken sicherlich total langweilig, ist aber momentan genau das Gegenstück für meinen sonst so vollgepackten Tag, an dem ich kurzsichtig nur von einem Termin zum anderen hetze.

Hier zu sitzen hat was von Aussteigen, wenn auch nur kurz.

Den Kopf leer machen und die Gedanken zulassen, die dann spontan in der Ruhe über einen kommen.

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Genesung

Schub für Schub geht es mir besser.

Die Entzündung in den Ohren scheint wieder zu verschwinden.

Ein lautes Knacken beim Gähnen zeigt mir, das die Sache in Bewegung kommt.

Draußen sehe ich nun das die Blätter immer schneller von den Bäumen fallen.

Ich beschließe , es ist der letzte Tag der absoluten Schonung, ab morgen geht’s raus.Stückweise zurück ins Leben.

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Ein Trennungsjahr

Und wieder bewahrheitet sich meine Annahme, das dieses Jahr 2013 ein Trennungsjahr ist.

Noch nie haben sich in meinem Umfeld so viele bekannte Paare getrennt, wie in diesem Jahr.

Nun wird es über Umwege doch an mich herangetragen (getratscht) , das es direkt über mir in der Chefetage auch zu einer Trennung gekommen ist, welche in einer Scheidung enden wird.

Arbeitstechnisch betrifft es nun nicht meine Abteilung, aber dennoch kann es sein, das sich hier die privaten Probleme eines Vorgesetzten bis in meinen Arbeitsalltag auswirken könnten.

Diese Trennung ist nur eine von Vielen, die ich dieses Jahr so mitbekomme.

Es waren Paare dabei, bei denen hatte man es schon früher erwartet und dann waren wieder andere dabei, da hat man es nie für möglich gehalten.

Mich würde interessieren ob dieses Trennungsphänomen nur zufällig meine soziale Umgebung betrifft , oder ob es in diesem Jahr wirklich mehr Trennungen gab als im Jahr davor.

Mir fällt es mittlerweile schon mit einem unheimlichen Charakter auf und umso mehr um mich herum kaputt geht desto mehr kralle ich mich selbst verängstigt in meine eigene Beziehung.