Alles wieder auf Null

Es sah so gut aus.
Als ich letzten Donnerstag mit meinem Freund (den üblichen Dauersingle) telefonierte, war sie gerade bei ihm und ich hörte in seiner Stimme eine Begeisterung, eine Lebendigkeit die ich zuletzt vor 20 Jahren bei ihm vernahm.
In diesem Augenblick erwischte ich ihn in einer Situation in der er nicht wußte was sein Leben in den nächsten Tagen bringen würde und was noch alles passieren würde, alles schien möglich, nach Jahrzehnte der Stagnation und hoffnungsloser Einsamkeit.
So wie ich ihn da hörte, so lernte ich ihn damals als guten Freund kennen, ein lebensbejahender Mann mit Freude am Leben.

Gestern mußte ich vernehmen das er darum bittet ein paar Tage in Ruhe gelassen zu werden, es sei wohl wieder alles schief gelaufen und die Ihre Welt ist wohl definitiv nicht die seine und er werde nun in sein altes Leben zurückkehren, er habe immernoch kein Glück bei den Frauen.

Ob die beiden sich nun getritten haben (nach einer Woche) oder nun schon wieder getrennte Wege gehen, läuft aufs Gleiche hinaus.
Und wieder steht er im Schatten des Leben an der Stelle an der es regnet.
Mehr als ihm meine volle Unterstützung als zuhörender Freund kann ich ihm nicht anbieten.
Nun nagt der Gedanke an mir, welche Tatsache wohl schmerzender ist.
Nie zu wissen wie es wäre wenn…oder was zu bekommen, was das Glück verspricht um es dann wieder zu verlieren und einen dann mit dem Wissen leben zu lassen wie es ,wenn einem die Freunde schon aus der Stimme strahlt.
Was ist wirklich schlimmer..nicht zu wissen wie es in einer Liebe ist …oder eine Liebe zu verlieren und dann genau zu wissen was einem fehlt?

We are the people – Ruf aus der Vergangenheit

Mir fiel dieser Song auf als er veröffentlicht wurde.
Ich habe mir die CD schon im Frühsommer 2009 gekauft.
Für mich wurde dies ein Lied ,das mich über den Sommer 2009 und auch im Urlaub 2009 ständig begleitete.
Nicht weil das Lied so weit in den Charts war das man es überall hören mußte sondern weil ich es auf meinem Player oft auf „Endlos“ hatte.
Scheinbar sind nun auch andere auf den Spirit aufmerksam geworden ,den dieser Song versprüht.
Für mich ist das jedes mal ein Ruf aus der Vergangenheit wenn ich den passenden Werbespot zu sehe (der ohne Zweifel genial gemacht ist) wenn ich dieses Lied höre.
Ok man bediente sich ja beim neusten „Over the Rainbow“ auch eines Liedes was schon Jahre in den Plattenläden steht und erst heute von Massen gehört wurde.
Aber wenn ich dann einen so persönlichen Hit über ein Jahr die iTunes Charts hochklettern sehe, ist das schon ein faszinierendes Gefühl.

Ipad

Bis gestern konnte ich widerstehen…nun hab ich doch eins.


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Vorweihnachtszeit

Gleich nach Halloween beginnt die Vorweihnachtszeit.
Seit gestern auch für mich offensichtlich, den auf meinem Arbeitsweg hat man in einer Einkaufsstraße damit begonnen, die ersten Weihnachtslichter zu installieren.
Weihnachten ist in in den letzten Jahren für mich immer eine Zeit, in der ich immer wieder mit dem Kopf schüttel wie früh einige schon mit dem Weihnachtsklimbim anfangen und ehe ich mich dann selbst auf Weihnachten einstimmen konnte ist die Weihnachtszeit schon lange vorbei.
Seit Jahren habe ich das Gefühl ich laufe der Zeit hinterher.
Dieses Jahr werde ich mich auf das frühe Einstimmen auf die Weihnachtszeit mitmachen um vielleicht ,mit genau diesem Vorlauf, meine innere Uhr mit der da draußen abzustimmen…bzw. vorzustellen.
Also ab heute ist auch für mich offiziell die Vorweihnachtszeit eröffnet…im trüben Berlin…und heute werden 17 Grad.

Wenn der Regen auf einmal nach oben fällt

Ein Freund..eher ein sehr guter Bekannter, mit dem ich seit der Schulzeit in Kontakt stehe.
Schon immer , der ewige Single, der mit der Zeit immer sonderlicher wurde.
Ein Freund, der den Stempel trug im Leben stehen geblieben zu sein und der sich nicht weiterentwickelte…höchstens zum Nachteil aller.
Ein Mann, der still und leise seit Jahren schwer darunter leidet, keine Partnerin, keine Liebe zu finden…so das sich das Leiden selbst mal in autoagressiver Form oder in schwerer Depression zeigt.
Ein dauerhaftes Leiden, was diesem Menschen immer wieder über die Sinnlosigkeit des Lebens philosophieren ließ und andeutungsweise immer endgültige Aussagen mit sich zog.
Selbstmordgedanken mit sofortiger Verharmlosung der eben gesagten Aussage.

Ein Mensch ist Teil meines Lebens der immer gleich ist.
Egal wie ich mich bisher durchs Leben bewegte…er stand immer da als Freund der Familie (wenn auch manchmal sehr sehr anstrengend).
Er war immer, der Single…Alleinlebend..keine Freunde (außer mich)..kein guten Draht zu seiner Familie und keine Aussicht auf Besserung.
Da ich sein einzigster Bezugspunkt war, stand auch ich in der Pflicht und mußte immer wieder die Wahrheit erknennen das ich ihm nicht helfen konnte.
Die Jahrelange Enttäuschung darüber , mit Ende 30 immernoch das Liebesleben zu führen und die gleichen Efahrungen zu haben wie ein 10 Jähriger, verursachte in im Psychosen, die es nochmal schwerer machten sein Singlesasein zu beenden.

Doch wenn man denkt es geht nichtmehr…..

Seit einer Woche hat er sowas wie eine Freundin.
Nachdem ich ihn Jahrelang drängen mußte sich im Internet auf so ziemlich allen Flirtportalen anzumelden hat es nun den ersten Erfolg gegeben.
Eine Frau mit der er Freitagabend aus war und bis heute täglich sieht..ich glaube sogar fast rund um die Uhr.

War ich es doch bisher gewohnt das ich in anrufen konnte wann ich wollte und er den ans Telefon ging und mich als seine einzigste Ablenkung vom düsteren Tage begrüßte, war er diesmal nur zwischen Tür und Angel erreichbar.
Ich äußerte nur meine Glückwünsche, das er selbst mal im Leben was erlebt und meinte nur , das es genau das Richtige ist was er tut…zu Hause deprimiert vorm Fernseher zu sitzen ,das hatte er schließlich lang genug.
Ich glaube momentan führen die beiden ein Leben, als würde der Weltuntergang jeden Moment bevorstehen, aber ich denke, selbst wenn das nichts werden sollte ist er besser aufgehoben sich die Tage und Nächte den Wolf zu tanzen und nur Pro Tag 2 Stunden zu schlafen als das was er vorher sein Leben nannte.

Mir persönlich fällt da auch irgendwie eine riesen Last von den Schultern, denn wußte ich immer das ich mir die meisten Fragen stellen würde, was ich noch hätte machen können um ihn weiter ans Leben zu binden und ihn hoffen zu lassen.
Nun hat er zuminest schonmal die Erfahrung, das das Leben ansich auch ganz angenehm sein kann und das nimmt mich ein bisschen aus meiner Verantwortung und meiner Pflicht irgendwas tun zu müssen.

Nun frage ich mich.Kann sich wirklich etwas ändern, wo man immer dachte es wird sich nichts ändern?
Steht er in zwei Wochen vor dem gleichen Problem und kämpft mit der Erfahrung des Schmerzes der ersten Enttäuschung?

Nachdenklich bleibe ich zurück.Was ich nun 30 Jahre um mich rum hatte ,ist nichtmehr.
Als einzigster „Freund“ hatte ich auch immer das Privileg der Herrschaft, wann es mir dem König beliebe seine Gesellschaft zu wünschen.
Erleichtert zum großen Teil ,aber auch leerer, verlassener ,als hätte sich einer meiner freiwilligen Wassertragenden Sklaven aus seinen Ketten gelöst und würde mir die Folgschaft verweigern.
Aber es überwiegt bei weitem die Erleichterung das es vielleicht eine Seele mehr geschaft hat ins wahre Leben zu finden und das es nun ein Stück weniger Leid gibt.

Ein Terabyte in der Hand

Ich hätte nie gedacht, das ich mal sowas brauchen würde.
Ich kann mich noch gut errinnern, das ich meine ganzen persönlichen digitalen Schätze auf einer Diskette sicherte.
Das war mal ausreichend.
Erstaunlich, wie der persönliche Speicherbedarf für das wichtigste explodiert ist.
Meine ganzen CD, die ich mein halbes Leben gekauft habe, all meine Fotos und Briefe und meine selbstgedrehten Familien und Urlaubsvideos…alles hat heute Platz in so einer kleinen Butterdose..kaum größer als ein 10er Pack Disketten und doch soviel mehr.
Dabei ist die kleine Terabytefestplatte nichtmal zur Hälfte gefüllt.
Faszinierend.


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Gebucht

Gestern haben wir unseren Urlaub 2011 in trockene Tücher gelegt.
Urlaub in der Firma eingereicht und bestätigen lassen und ein Haus am Urlaubsort selbst fest gebucht.
Kein unschönes Gefühl, hat man doch jetzt wieder ein Datum zu dem man immer mal wieder hinschauen kann…ein Ziel..ein schönes Ziel.

Trotzdem hat diese Buchung gestern ein Beigeschmack von beschleunigter Zeit.
Gerade aus dem Urlaub wiedergekommen und schon den nächstem im Sack wirkt auf mich als würde man nur als kleine Inseln des Lebens betrachten und der Rest ist das große Meer.
So blickt man immer auf den letzten Urlaub zurück und wenn die Sicht verblasst schafft man sich die nächste Insel auf die man schnellstmöglich zusteuert.
Doch das Leben ist doch das zwas zwischendurch passiert.
Jetzt schon an den Urlaub zu denken hat eben auch den Beigeschmack von „Bringen wir die Arbeitszeit bis dahin schnell hinter uns und wir sind da“.
Subjektiv bin ich noch in meinem verspäteten Sommerurlaub und auf einmal bekommt man Lebkuchen zu essen und die Weihnachtsmärkte werden aufgebaut.
Bin irgendwie „Out of time“

Morgenrot

Früh am Morgen


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Diablo 2

Ja wenn es schon beim Battle.net für ein paar Euros angeboten wird war ich heute mal drann das alte Diablo 2 mal wieder kaufen und zu installieren.
So schlecht hatte ich die Grafik garnicht in meiner Erinnerung, die ja nun auch schon 10 Jahre her ist als das mal zu meinen Lieblingsspielen gehörte.
Erstaunlich wie weit man sich in Sachen Grafik und Spiel weiterentwickelt hat ohne es zu bemerken.
Und schon habe ich heute der erste kleine Runde in Diablo2 gedreht…ist noch alles wie früher im Herbst 2000.
Schade das es das erste Diablo nichtmehr als lauffähige Windows 7 Version gibt.Schade.Der alten Zeiten wegen.

Diablo

Planungen

Das Jahr verging schnell und ist noch nichtmal ganz rum und schon stehen die Planungen für das nächste Jahr an.
Wo verbringt man Silvester, wann nimmt man nächstes Jahr seine Urlaubstage, welche Events stehen an und welche Kurztrips kann man machen.
Übers Wochenende sind viele dieser Planungen schon in die konkrete Form der Planung übergegangen.
Mir leuchtet ein das man weit voraus planen muß wenn viele Dinge unter einen Hut zu bringen sind.
Innerlich fühle ich mich nichtmal ganz im Jahr 2010 angekommen und da wirkt es absurd sich intensiv mit dem Jahr 2011 zu beschäftigen.
Aber Urlaubsplanungen machen ja auch Spaß und man braucht sie ja auch als fernes anstrebbares Ziel.

Planetarium

Waren heute im Planetarium am Insulaner.
Für die Kinder wars nicht allzu spannend wie für mich, obwohl es eine Kindervorstellung war.
Gut die Story von Peterchens Mondfahrt haette man auch in 10 Minuten statt in einer Stunde erzählen können aber für mich wars beeindruckend wie originalgetreu man so den Sternenhimmel an dieser Kuppel abbilden kann.
Für mich , der die Astronomie neu für sich entdeckt hat, wars super.
Für die Kids wohl eher besser als zu Hause im Kinderzimmer zu spielen.
Hauptsache raus.


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FEZ-Berlin

Der einstige Pionierpalast der DDR ist heute , 20 Jahre nach dem Ende der DDR , noch als FEZ zu finden.
Ich kenne den Pionierpalast als eine moderne und gepflegte Institution in der irgendwie immer was los war.

Heute 20 Jahre nach der Wende frage ich mich wie viel die DDR Parteibonzen jedes Jahr in dieses Vorzeigeobjekt gepumpt haben, wenn heute dieser Riesenpark nichtmal durch die städtische Zuwendung vorm immer weiter fortschreitenden Verfall geschützt werden kann.

Die sporadischen Mittel scheinen mir nur eine Alibi-zuwendung zu sein , das niemand dem Senat vorwerfen kann, man würde ein nuetzliches Stück DDR einfach aufgeben.
So wartet man eher bis es sich unterfinanziert selbst aufloest.


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Wieder dieser Traum

Früher hatte ich ihn öfters und nun schon länger nicht mehr.
Ein Traum in der ich in meiner Gegend in der ich aufgewachsen bin um einen großen Berg rumgehe und sich irgendwann auf halber Höhe ein Denkmal oder eine Statue offenbart.
Das Gelänge ist bergig , viel viel bergiger als die Originalgegend meiner Kindheit und nur aus einem bestimmten Blickwinkel kann man es sehen.

Nachdem ich jetzt jahrelang immer wieder über diesen wiederkehrenden Traum grübeln durfte, bin ich auch bis heute zu keinen Ergebnis gekommen.
Träume sollen ja die spührbare Verarbeitung der Erlebnisse sein.
Man könnte fast annehmen das das Grübeln über die Botschaft dieses Traumes allein schon ein Erlebnis ist was man traumatisch weiter bearbeitet, aber nicht nachdem ich es fast vergessen nach 1 Jahr wieder von diesem bekannten Traum heimgesucht wurde.

Digital gesehen bin ich ein Dinosaurier

Kurz vor der Jahrtausendwende war ich..kann man sagen…ein richtiger Computerfreak.
Ich kannte wirklich alle technischen Neuheiten und habe mich durch Windowsprobleme doppelt so schnell zur Lösung geklickt wie bei Linux.
Gabs neue Hardware, war ich einer der Ersten, der sie haben mußte und mir waren die gebräuchlichsten Patch- und Update Date immer im Gedächtnis.
Ich wußte wo ich im Internet finde was ich suchte und ich wußte so ziemlich um jede Möglichkeit für die man das Internet benutzen konnte.
Ich hatte alle Monate eine neue Webseite und es gab keine Sache die im Internet immer weiter wuchs, die mir schon frühzeitig auffiel, bevor man im Fernsehen drüber redete.

10 Jahre später fühle ich mich weitesgehend abgehangen.Überholt.Eingeholt.Bin stehen geblieben.
Ich hatte irgendwann den Anschluß an der Entwicklung an der Spitze verpasst und mich dann treiben lassen.
Heute kommt mein eigener Vater bald besser im Netz zurecht und nicht selten frage ich ihn bei Computerproblemen (die irgendwie viel seltener geworden sind als damals) um Rat.

Das Internet ist für mich so unübersichtlich geworden wie eine Schulklasse mit Millionen von Schülern und das Erscheinen und Verschwinden von Massentrends einfach zu schnell.
Heute wird man eher nach seiner Facebook ID gefragt als nach seiner Mailadresse, morgen läuft das kleine Facebook irgendwo in einem noch größeren als integrierte Applikation.
Facebook selbst ist für mich ein „Book“ mit sieben Siegeln von denen ich gerade mal zwei entschlüsselt habe.

Vielleicht läßt mir mein Arbeitsalltag auch nichtmehr die Zeit mich über alles digitale auf dem Laufenden zu halten oder ich bin einfach schon zu alt.
Alt genug um ein bestimmtes Tempo einer Entwicklung mitzuhalten aber auch zu alt um ständig weiter mit beschleunigen zu können.